Streit um 55- bis 65-Jährige
(18. August) Die Bundesregierung hat die Behauptung der Bundestagsfraktion Die Linke zurückgewiesen, die Zahl der älteren Arbeitslosen sei in der Vergangenheit erheblich angestiegen. Die Linke beruft sich auf Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis), nach denen die Arbeitslosigkeit bei den 55- bis 64-Jährigen im Mai 2009 um fast ein Drittel höher gelegen haben soll, als im Vorjahresmonat. Damit sei rund die Hälfte derjenigen, die seit Mai 2008 arbeitslos wurden, zwischen 55 und 64 Jahre alt.
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Die Regierung hält entgegen, dass sich die statistische Erfassung in der Vergangenheit verbessert habe. Außerdem seien einige neue Gesetze auf den Weg gebracht worden, die den Anstieg verursacht hätten, so z. B. die Vorruhestandsregelung. Ohne diese Änderungen, heißt es auf die Anfrage, wären insbesondere die Zahlen der über 58-Jährigen nicht gestiegen, sondern gesunken. Darüber hinaus sei im Zeitraum Mai 2008 bis Mai 2009 die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe 55- bis 64 nur um 17 Prozent gestiegen, nicht wie behauptet um 30 Prozent.
Immer noch wenig ältere Vollbeschäftigte
Die Linksfraktion lehnt die Anhebung des Rentenalters auf 67 ab. Sie weist in der Anfrage darauf hin, dass die Regierung zur Voraussetzung für die Umsetzung gemacht habe, dass genügend Ältere Arbeit finden. Die Linken werfen der großen Koalition vor, nicht über die Mittel zur Prüfung notwendiger Daten zu verfügen. Sie wolle gar nicht, dass das Ausmaß der Arbeitslosigkeit Älterer der Öffentlichkeit bekannt werde. Von den knapp 430.000 erwerbslosen Hilfebeziehenden über 58 Jahren tauchten der Linken zu Folge gerade einmal 77.100 in der offiziellen Arbeitslosenstatistik auf.
Unter Berufung auf das Statistische Bundesamt, schreibt die Bundesregierung, dass es Ende August 2008 in der Altersklasse 55 bis 58 Jahre 39,4 Prozent sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftige gegeben habe. Bei den 58- bis unter 63-Jährigen waren es 26,6 Prozent, in der Altersklasse der 63 bis 65-Jährigen noch 7,4 Prozent. Danach sei zwar nur jeder Vierzehnte im Alter von 63 bis 65 Jahre sozialversicherungspflichtig vollzeit beschäftigt. Die Zahlen hätten sich aber seit 2005 in allen drei Altersgruppen kontinuierlich verbessert.
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Nur jeder vierzehnte im Alter von 63 bis 65 Jahre hatte im August einen sozialversicherungspflichtigen Vollzeitarbeitsplatz.
(Foto: BS/Bundesagentur für Arbeit)
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Demographie hilft Erwerbstätigenquote
Laut Statistischen Bundesamt, ist die Erwerbstätigenquote in Deutschland in keiner anderen Altersgruppe In den letzten zehn Jahren so stark gestiegen, wie in der Gruppe der 55- bis 64-Jährigen. Noch im Jahr 1997 waren demnach rund 38 Prozent dieser Altersgruppe erwerbstätig, heute sind es bereits 51,5 Prozent. Als Grund dafür sieht das Bundesamt die sich verändernde Zusammensetzung der Altersgruppe. Die Anzahl der 60 bis 64-Jährigen gehe danach seit fünf Jahren zurück. Zugleich steige der Anteil der 55- bis 59-Jährigen als Folge der Babyboomer-Generation – diese Jahrgänge weisen eine höhere Erwerbsbeteiligung auf. Einen weiteren positiven Effekt auf die Erwerbsbeteiligung habe das gestiegene Bildungsniveau, das vor allem eine länge Teilnahme am Arbeitsleben bewirke. Ferner seien zunehmend geringere Frühverrentungsmöglichkeiten ausschlaggebend. www.destatis.de
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Mehr auf Behörden Spiegel Online: Zum Themenschwerpunkt Demographischer Wandel
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4. DEMOGRAPHIE-KONGRESS:
Forum III: Altersbilder in unserer Gesellschaft (in Kooperation mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) - 1. September 2009, 11.00 bis 12.30 Uhr
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Moderation und Einleitung: Prof. Dr. Andreas Kruse, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Vorsitzender der Sechsten Altenberichtskommission
- Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Lehr, Bundesministerin a. D.: "Die Grundidee der Altenberichte"
- Prof. Dr. Michael Hüther, Institut der deutschen Wirtschaft Köln: "Altersbilder in Wirtschaft und Arbeitswelt – zur Bedeutung älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für den Wirtschaftsstandort Deutschland"
- Prof. Dr. Ulla Walter, Medizinische Hochschule Hannover: "Altersbilder in Medizin und Pflege – zur Bedeutung der Prävention und Rehabilitation für die Gesundheit im Alter"
- Prof. Dr. Rudolf Tippelt, Ludwig-Maximilians-Universität München: "Altersbilder in Bildungsinstitutionen und bei älteren Menschen – zum Einfluss von lebenslanger Bildung auf Kompetenz und Kompetenzerweiterung im Alter"