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Widerstand gegen Angriffe

Clemens Binninger, MdB (CDU) und Sicherheitsexperte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sowie Berichterstatter zum BSI-Gesetz sprach mit dem Behörden Spiegel Online über die Notwendigkeit, besonders die zentralen Regierungsnetze vor zahlreich auftretenden Angriffen aus dem Internet zu schützen. (08.07.2010)

Behörden Spiegel Online: Was ist aus Ihrer Sicht die größte Gefahr im Internet?

Binninger: Gezielte Angriffe sind sicherlich die größten Herausforderung an die Internetsicherheit unseres Landes. Urheber dieser Angriffe sind sowohl Nachrichtendienste andere Staaten als auch Akteure aus dem Bereich der Organisierten Kriminalität. Sie versuchen nicht nur, sensible Daten abzugreifen, sondern auch Computersysteme vollständig lahm zu legen. In Zukunft könnte es sogar passieren, dass Steuerungssysteme kritischer Infrastrukturen gezielt angegriffen werden. Die Zahl der organisierten und auf hohem technischen Niveau durchgeführten Angriffe auf Ministerien und Bundesbehörden steigt. Auch die Qualität der Angriffe ist heute eine andere. Während Angriffe früher oft amateurhaft durchgeführt wurden,  sind sie heute hochprofessionell und gut koordiniert.

Behörden Spiegel Online: Was muss die Bundesrepublik leisten, um die Sicherheit im Internet zu verbessern?

Binninger: Wir brauchen eine Behörde, die in der Lage ist, zumindest für die staatlichen Stellen den E-Mail-Verkehr und die Kommunikationsnetze sicherer zu machen.

Behörden Spiegel Online: Dafür ist das BSI zuständig. Ist es dafür auch entsprechend ausgestattet?

Binninger: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat mit dem BSI-Gesetz, das die Große Koalition im letzten Jahr noch verabschiedet hat, die notwendigen Befugnisse erhalten. Wir haben dem BSI drei entscheidende Aufgaben zugewiesen: eine Warnfunktion bezüglich Sicherheitslücken, eine Servicefunktion hinsichtlich der Sicherheitsanforderungen an Hard- und Software der Bundesbehörden und eine abwehrende Funktion. Dazu darf das BSI den E-Mail-Verkehr der Bundesbehörden an der Schnittstelle zum Internet automatisiert scannen, wobei allerdings keine persönlichen Daten gespeichert werden dürfen. Nur im Trefferfall kann eine E-Mail ausgesondert und manuell auf Schadsoftware überprüft werden.

Mit diesen drei neuen Funktionen ist das BSI in der Lage, einen entscheidenden Beitrag zur Internetsicherheit zu leisten. Hierbei gilt es vor allem, die rasend voranschreitende technische Entwicklung im Blick zu behalten und immer auf dem neuesten Stand zu sein, um sich auftuende Sicherheitslücke schnell schließen zu können.

 
Clemens Binninger (Foto: BS/www.clemens-binninger.de)

Clemens Binninger

(Foto: BS/www.clemens-binninger.de)

Behörden Spiegel Online: Welche Erkenntnisse konnten bisher aus den neuen Möglichkeiten des BSI gezogen werden?

Binninger: Bislang zeigt sich das neue Gesetz als notwendig und die Zuweisung der Befugnisse als richtig. Das BSI kann nun mit sehr feinen Instrumenten zielgenau nach Angriffen fahnden und Schadsoftware entdecken. Auch die öffentlichen Hinweise auf Sicherheitslücken in Software für Privatanwender fanden große Resonanz und zeigten entsprechend Wirkung. Ein Bericht über die Erfahrung mit dem neuen Gesetz wird nach der Sommerpause dem Innenausschuss des Deutschen Bundestages vorgestellt werden.


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