Keine Impfung für die Helfer
(19. August) Ärzte, Pflegepersonal und Einsatzkräfte sollen auf Kosten der Krankenkassen mit als erste gegen die Schweinegrippe geimpft werden, so zu lesen in dem Verordnungsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums. Allen ehrenamtlichen Helfern in den Freiwilligen Feuerwehren oder dem Technischen Hilfswerk will der Bund keine kostenlose Impfung zubilligen, eine Vorgehensweise die durch den Deutschen Feuerwehrverband (DFV) stark kritisiert wird.
|
Insgesamt 1,6 Millionen Menschen, die durch ihre ehrenamtliche Arbeit den Katastrophenschutz mit stützen, würden durch diese Sparmaßnahme nun nicht geimpft. Denn nach der Entwurfsfassung der Verordnung vom Freitag sollen nur noch "Beschäftigte der Vollzugspolizeien und der Berufsfeuerwehren“ diesen Schutz auf Rezept bekommen. DFV-Präsident Hans-Peter Kröger meinte hierzu: "Überall außerhalb der großen Städte im Land sorgen Freiwillige Feuerwehren nach Unfällen und bei Bränden allein für schnelle Hilfe. Freiwillige Feuerwehrleute wissentlich dem Risiko der Ansteckung auszusetzen, heißt auch, die Einsatzbereitschaft dieser Wehren und damit den Schutz in den Kommunen zu gefährden. Viele Freiwillige Feuerwehren sind zusätzlich in die Pandemieplanung der Kommunen einbezogen. Ihr Einsatz wäre bei fehlendem Impfschutz hinfällig.“
Der DFV hatte im laufenden Rechtssetzungsverfahren extra auf die drohende Impflücke hingewiesen. Im ersten Referentenentwurf des Ministeriums war noch unscharf von "Beschäftigten der Feuerwehr“ die Rede. DFV, kommunale Spitzenverbände und Länder wie Hessen forderten daraufhin eine rechtssichere Formulierung für alle ehrenamtlichen Retter. "Diese Bitte dann in das Gegenteil zu verkehren, ist absurd", betonte Kröger. "Außerdem sind Beamte der Berufsfeuerwehren gar nicht gesetzlich krankenversichert, die Verordnung ist also reine Augenwischerei."
|
|
Ehrenamtliche Helfer sind die Hauptstütze des deutschen Katastrophenschutzes – und sollen nun nicht geimpft werden.
(Foto: BS/Archiv)
|