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Barrierefreie Seiten für alle

Strenge technische Tests gehen voraus

(07. Dezember) Die BIENE (“Barrierefreies Internet eröffnet neue Einsichten“) ist der einzige Wettbewerb für Internet-Angebote, bei dem die barrierefreie Gestaltung zwingende Voraussetzung für eine Auszeichnung ist. Seit der ersten Ausschreibung durch die Aktion Mensch und die Stiftung Digitale Chancen im Jahr 2003 haben sich mehr als 1.700 Unternehmen und Organisationen, Behörden und Ministerien, Städte und Gemeinden sowie Vereine und Verbände aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Südtirol, Liechtenstein und dem deutschsprachigen Ost-Belgien beteiligt.
 
In den bisher sechs Wettbewerben haben mehr als 100 Anbieter eine BIENE gewonnen. Unter den Gewinnern der höchsten Preisstufe sind auch zahlreiche Angebote von Behörden. So konnten bislang unter anderem die Seite der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (2008), der Landtag Nordrhein-Westfalen (2005) oder das österreichische E-Government-Portal HELP.gv.at (2006) eine BIENE in Gold in Empfang nehmen.

Auf der Suche nach innovativen Lösungen

Für manchen mag es überraschend klingen, aber Menschen mit Behinderung nutzen das Internet weitgehend selbstständig und deutlich häufiger als der Durchschnitt der Bundesbürger – vorausgesetzt, die Anbieter haben ihre Webseiten barrierefrei gestaltet. Obwohl also bei der Barrierefreiheit ein Schwerpunkt darauf liegt, Webangebote für Menschen mit Behinderung zugänglich zu machen, geht es nicht um ein “Internet für Behinderte”. Im Gegenteil: Technik und Gestaltung solcher Internetangebote nutzen allen, denn in Zukunft werden wir Computer nicht mehr nur mit Maus und Tastatur bedienen, sondern auch mit der Stimme, den Augen, durch Zeigen und Anfassen. Barrierefreiheit ist damit zweierlei: die wesentliche Voraussetzung, damit Menschen mit Behinderung das Internet weitgehend selbstständig und ohne fremde Hilfe nutzen können, und ein Impuls für die Entwicklung von Zukunftstechnologien.

Umfassendes Testverfahren

Die Wettbewerbsbeiträge durchlaufen ein mehrstufiges Verfahren, das die Veranstalter gemeinsam mit dem Fachlichen Beirat des Wettbewerbs entwickelt haben. Grundlagen dieses Verfahrens sind unter anderem die Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung des Bundes (BITV) sowie weitere international anerkannte Richtlinien wie beispielsweise die Web Content Accessibility Guidelines 2.0 (WCAG 2.0), die das oberste Gremium zur Standardisierung der im World Wide Web eingesetzten Techniken, das World Wide Web Consortium (W3C), erst im Dezember 2008 verabschiedet hat. Über die Prämierung der Seiten entscheidet abschließend eine Jury. In dieser bewerten Menschen aus Unternehmen, Medien, Verbänden und Organisationen die Seiten aus ihrer jeweiligen professionellen Perspektive. Durch diese Verfahren ist sichergestellt, dass die BIENE-Gewinner sowohl die Kriterien der Barrierefreiheit erfüllen als auch für alle Nutzer attraktiv sind.

  Der BIENE-Award (Foto: BS/Hartmut Reiche)

Der BIENE-Award

(Foto: BS/Hartmut Reiche)

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