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Viren-Wahn?

(30. August) Aktuell ist die hochinfektiöse aber unterdurchschnittlich gefährliche mexikanische oder auch begrifflich zur tierischen "Schweinegrippe" mutierte Massenerkrankung ein Thema der Gesundheitsbehörden. Eigentlich wäre dies ein Grund zur Entwarnung und auch zur argumentativen "Abrüstung". Doch ganz im Gegenteil. Nicht erst die vermutliche Infektion von Puten in Chile ist ein Beleg für die Veränderbarkeit und Infektionsaggression des Virus, auch ist die Gefahr einer schnelleren Mutation und letztlich einer Paarung von Vogel- und Schweinegrippe gegeben. Ein neuer Virus mit der Gefährlichkeit der Vogelgrippe und der Infektiosität der Schweinegrippe könnte rasch eine weltweite Katastrophe hervorrufen. Signifikant derzeit ist auch die schnelle Verbreitung der Schweinegrippe im Sommer.

Nun formiert sich gegen solche Überlegungen und Annahmen aber eine Phalanx von Impf-Kritikern, die WHO, Robert-Koch-Institut und Löffler-Institut Viren-Wahn unterstellen, und Pharma-Managern reine Profitgier nachsagen. "Das ganze Gerede", diene doch nur der Pharmaindustrie Milliarden in die Tasche zu schieben. Und in der Tat ist ja Impfstoff en gros für 25 Mio. Bundesbürger geordert worden. Über die immensen Kosten wird noch gestritten. Ohne Zweifel wird für die Pharmaindustrie und besonders den Hersteller des Medikamentes Tamiflu das Jahr 2009 ein goldenes, denn weltweit wird geordert.

Doch was sind Zögern und Zaudern sowie eine naive Kapitalismuskritik für Ratgeber? Sicher schlechte! Jahrelang hieß es, Deutschland könne sich über die unwichtigsten Problemchen aufregen. Doch dieser Tage hat man eher den Eindruck, manche möchten nicht nur keine Aufregung, ja ihnen ist die Aufmerksamkeit schon unangenehm. Trotz aller Krisenpapiere, Handbücher und Katastrophenfallbeauftragter fällt derzeit reichlich Licht in dunkle Ecken, die für den Fall einer Krise nichts Gutes vermuten lassen. Bei Behörden verhält es sich wie bei Unternehmen. Einige große Städte, wie z.B. Essen, haben sich intensiv darüber Gedanken gemacht, wie sie ihre Pflichtleistungen auch unter Pandemie-Bedingungen aufrechterhalten können, wenn nämlich ein Großteil des eigenen Personals ausfällt. Gleiches gilt für viele börsennotierte Unternehmen. Mittelständische Unternehmen oder kleine Handwerksbetriebe haben sich diesem Thema bisher nicht gestellt. Gleiches gilt für viele kleinere Behörden und Ämter. Auch hier gilt, wer nichts "produziert", kann sein Personal zu Hause lassen. Doch mit welchen Netzwerken und Sicherheitsvorkehrungen, mit welchen mobilen Computern und Telefonen sind diese Mitarbeiter für die Heimarbeit ausgestattet?

Ganz anders die Behörden, die Wasser, Strom, Gesundheit oder Sicherheit "produzieren". Sie können ihre Mitarbeiter nicht zu Hause belassen, sie müssen nicht nur vor Ort sein, sondern auch mit Infizierten in Kontakt treten.

Da wo die Verwaltung verwaltet, lässt sich vermutlich auch die Krise verwalten. Da wo die Verwaltungen "produzieren" herrscht Sorge und Kreativität zugleich. Löblich wie auch in Köln an einem Katastrophenplan für den Pandemiefall gearbeitet wird. Hier soll es Videokonferenz gestützte Krisenstabsitzungen geben sowie einen Personalverteilungsplan für Ämter mit besonders hohe Ausfallquoten.

Bedauerlicherweise kommt die Kritik an der Einlagerung eines Impfstoffes in großen Mengen nicht zu Unrecht, denn die Annahme einer Mutation des Virus unterstellt gleichzeitig die Möglichkeit der Nicht-Wirksamkeit des jetzt georderten Impfmittels. Schlimmer noch: Virologen haben erste Anzeichen für eine sich bildende Resistenz gegen den Impfstoff Tamiflu im Schweinegrippevirus entdeckt. Es könnte also der Fall tatsächlich auftreten, dass eine Mutation und Resistenzfähigkeit des Schweinegrippevirus ihn gegen das eingelagerte Tamiflu und den neuen Impfstoff "schützt".

Langer Tropfen (Rainer Strum - PIXELIO)

Profitgier oder Notwendigkeit? Impf-Kritiker und Gesundheitsinstitute sind geteilter Meinung. (Foto: BS/Rainer Strum/www.PIXELIO.de)


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