Niedersachsen erarbeitet Demographiekonzept
(07. Juli) Niedersachsen wird einen Koordinierungskreis zur Erarbeitung eines "Grundlagenkonzeptes für eine demographieorientierte Landespolitik" einsetzen, dies gab die schwarz-gelbe Landesregierung bekannt. Unter Federführung der Staatskanzlei sollen die Ressorts bis Ende 2010 ein Handlungskonzept erstellen.
Als Grundlage dient nach Angaben der niedersächsischen Staatskanzlei der Abschlussbericht der Enquete-Kommission des Landtages aus dem Jahr 2007. Die SPD-Landtagsfraktion begrüßte die Einsetzung der Arbeitsgruppe, kritisierte aber, dass dies zwei Jahre gedauert habe. Hanne Modder, innenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, nannte das bisherige Zögern der Landesregierung, sich mit den Folgen des demographischen Wandels auseinander setzen zu wollen, "schlicht abenteuerlich".
Der Koordinierungskreis will auch Erfahrungen anderer Länder in seine Arbeit einbeziehen. Eine ähnliche interministerielle Arbeitsgruppe gibt es in Baden-Württemberg. Diesem Gremium sitzt die ehrenamtliche Staatsrätin für demografischen Wandel, Prof. Dr. Claudia Hübner vor, angesiedelt beim Ministerpräsidenten.
In Niedersachsen wird bis zum Jahr 2050 eine Abnahme der Bevölkerung um rund 1,4 Mio. Menschen prognostiziert. Das Durchschnittsalter wird um rund 7,5 Jahre auf 49,7 Jahre steigen. Stärker als in anderen Bundesländern gilt die unterschiedliche Entwicklung innerhalb Niedersachsens als Herausforderung: Während vor allem die südöstlichen Kreise wie Göttingen oder Osterode am Harz mit enormer Bevölkerungsschrumpfung zu kämpfen haben, werden im Westen des Landes (Cloppenburg, Vechta) die höchsten Geburtenzahlen der gesamten Bundesrepublik gemeldet.
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Die niedersächsische Landesregierung setzt eine interministerielle Arbeitsgruppe zum demografischen Wandel ein.
(Foto: BS/Wikipedia)
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