Bundesbank empfiehlt Rente mit 69
(21. Juli) Deutschland stehe aufgrund demographischer Veränderungen vor großen finanzpolitischen Herausforderungen, schreibt die Bundesbank in ihrem Monatsbericht Juli 2009. So würden sich die altersabhängigen Staatausgaben von 2007 bis 2060 nach einem mittleren Szenario um rund fünf Prozentpunkte auf knapp 28,5 Prozent des Bruttoinlandproduktes erhöhen.
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Besonders betroffen seien Alterssicherung, Gesundheit und Pflege. Um die Kosten weiterhin decken zu können, würde bis 2060 ein Anstieg der Sozialbeitragssätze von derzeit rund 40 Prozent auf insgesamt fast 50 Prozent notwendig. Außerdem müssten die Steuern zur Finanzierung der Bundeszuschüsse erhöht werden.
Die Bundesbank geht weiter davon aus, dass sich der Altenquotient bis 2060 verdoppeln und die Erwerbspersonen im gleichen Zeitraum um 10,5 Millionen Menschen abnehmen werde – 2008 hatte Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 43,4 Millionen Erwerbspersonen. Eine zusätzliche Belastung sei der aktuelle Schuldenanstieg durch die Wirtschaftskrise.
Wenn das Verhältnis von Ruhestands- und Erwerbsphase in etwa konstant gehalten werden soll, sei eine Erhöhung des Eintrittsalters auf 69 Jahre notwendig, so das Institut. Eine andere Lösung könnte es sein, das Renteneintrittsalters von der Entwicklung der künftigen Lebenserwartung abhängig zu machen – dies ist bereits in Dänemark gesetzlich festgeschrieben.
Mildern könnte die Belastung kommender Generationen die Erhöhung der Erwerbsbeteiligung und die Verlängerung der Lebensarbeitszeit. Weitere Anpassungen müssten "auf die nähere Zukunft vorverlagert" und beschlossene Modernisierungen beibehalten werden. Sobald sich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung erholt habe, ginge es darum, die Staatsfinanzen zu konsolidieren.
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Die Deutsche Bundesbank in Frankfurt denkt über eine Kopplung des Renteneintrittsalters an die künftige Lebenserwartung nach.
(Foto: BS/Wikipedia)
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