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Bund: Open Data Portal kommt 2013

Fotomitte von links: Cornelia Rogall-Grothe, Innenstaatssekretärin und IT-Beauftragte der Bundesregierung, Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Radu Popescu-Zeletin, Leiter des Fraunhofer Fokus und Dr. Wolfgang Both von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung stellten am Montag die Fortschritte ihrer Open-Government-Data-Initiativen vor. (Foto: BS/Köppl)
Fotomitte von links: Cornelia Rogall-Grothe, Innenstaatssekretärin und IT-Beauftragte der Bundesregierung, Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Radu Popescu-Zeletin, Leiter des Fraunhofer Fokus und Dr. Wolfgang Both von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung stellten am Montag die Fortschritte ihrer Open-Government-Data-Initiativen vor. (Foto: BS/Köppl)
Ab 2013 bekommt Deutschland ein zentrales Open-Data-Portal, vorerst als Testversion, "Prototyp" genannt. Am Anfang stehen dann Umwelt-, Statistik und Geodaten aus Bund und Ländern maschinenlesbar, gebührenfrei und unter einheitlicher Lizenz zur freien Verfügung – später sollen weitere Daten hinzukommen. "Die Bürger sollen einbezogen werden und ihren Sachverstand einbringen können", erläutert Cornelia Rogall-Grothe, Innenstaatssekretärin und IT-Beauftragte der Bundesregierung, gestern bei einem Pressetermin in Berlin. (11.09.2012)

Der Bund habe sich mit den Ländern auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt, sagte Rogall-Grothe. Zentrale Eckpunkte bei der Entwicklung der Open-Data-Strategie seien dabei die freiwillige Herausgabe der Daten durch die Behörden und die föderale Herangehensweise gewesen. Die Federführung für das Projekt haben das Bundesministerium des Innern und Baden-Württemberg. Der Regelbetrieb nach der einjährigen Testphase des Prototyps ist aber noch ungeklärt und müsse "gemeinsam organisatorisch bewältigt werden", so die Staatssekretärin.

Umgesetzt wird der Prototyp von Fraunhofer Fokus, die auch schon, zusammen mit dem Lorenz-von-Stein-Institut und der Partnerschaften Deutschland AG die rund 500-seitige Studie "Open Government Data Deutschland" dazu vorgelegt haben. Mit der Studie wurde bereits die rechtliche, organisatorische und technische Vorarbeit für das Portal geleistet.

"Die Daten liegen nicht auf dem Portal sondern bleiben bei den Bereitstellern", erläuterte Jens Klessmann, Projektleiter bei Fraunhofer Fokus. Ein einheitlicher Metadaten-Standard werde gerade in der Bund/Länder-Arbeitsgruppe der beteiligten Ministerien abgestimmt. Die Länder, die bereits Open Data Portale online haben, das sind die "vier Bs" Baden-Württemberg, Bayer, Berlin und Bremen, werden eingeladen, dem Deutschland-Metadaten-Standard zu folgen, erläutert Prof. Ina Schieferdecker von Fraunhofer Fokus. Aber das Portal sei so aufgebaut, dass es die Standards anderer Portale in das Deutschland-Schema überführt. "Wir müssen kaum Änderungen vornehmen", sagte Dr. Wolfgang Both von der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft und Technologie. Die Bundeshauptstadt betreibt bereits seit einem Jahr ein Open-Data-Portal, das nun in diesen Tagen in den Regelbetrieb übergeht. Der Regelbetrieb ist vor allem eine Frage der Kosten, laut Both immerhin 120.000 Euro jährlich. Die Summe enthalte aber neben Technik und Organisation auch die Schulung von Mitarbeitern. In diesen Tagen werde der Vertrag unterschrieben und dann auf dem Portal daten.berlin.de online gestellt.

Technisch wird der Bund bei dem Portal Saga 5 einsetzen und als Katalogsoftware auf CKan zurückgreifen. Das Portal werde über Schnittstellen auf andere Fachdomänen zurückgreifen, im Geodaten-Bereich wurde dies bereits erfolgreich getestet. "Wir fangen relativ klein aber auf guter Grundlage an. Nach und nach wollen wir dann weitere Schnittstellen und Instrumente entwickeln", erläutert Klessmann.

Rechtlich empfiehlt die Studie, nicht auf die Creative Commons als Lizenzmodell zurückzugreifen, da diese insbesondere für urheberechtlich geschütztes Material zugeschnitten sind. Daher soll im Laufe des Projekts eine Eigenentwicklung in Deutschland unter Rückgriff auf die Regelungen in der EU zum Einsatz kommen, erklärt Klessmann.

Organisatorisch schlägt die Studie vor, ein Lenkungsgremium zu gründen, welches im Wesentlichen der jetzigen Bund-Länder-AG entspricht. Ein Steuerungsgremium als Eskalationsebene und Schlichtungsstelle könnte der IT-Planungsrat sein. Darüber hinaus sollte es als beratendes Gremium einen Open Government Beirat geben, dem auch Mitglieder zivilgesellschaftlicher Gruppen angehören können.

Mitte Oktober soll nun dem IT-Planungsrat ein Sachstandsbericht vorgelegt werden. "Wir empfehlen dann dem IT-Planungsrat, uns den Auftrag für den Prototyp zu erteilen", erläutert Dr. Uta Dauke, Referatsleiterin im BMI. Zwar übernehme der Bund komplett die Kosten für den Prototyp, aber ein breiter Konsens mit den Ländern werde schon hier angestrebt. Die Studie mit der Entwicklung des Prototyps kosteten dem BMI 600.000 Euro, der Betrieb des Portals schlägt mit etwa 35.000 Euro zu Buche.

ckö




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