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Treibstoffversorgung bei Stromausfall

Ein Leitfaden für die Zivil- und Katastrophenschutzbehörden

Christoph Unger, Präsident vom BBK, präsentiert in der Berliner Feuerwehr die ausgearbeitete Empfehlungsbroschüre, die auf vorangegangen Analysen basiert. (BS/Bednarski)
Christoph Unger, Präsident vom BBK, präsentiert in der Berliner Feuerwehr die ausgearbeitete Empfehlungsbroschüre, die auf vorangegangen Analysen basiert. (BS/Bednarski)
"Wenn der Strom ausfällt, funktioniert nichts mehr, wie Verkehr, Gesundheits- sowie, Wasserversorgung und Tankstellen", beschreibt Christoph Unger, Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), die Abhängigkeit unserer Gesellschaft vom Strom. Aber unsere Notfallinfrastruktur ist ebenfalls vom Strom abhängig und dieser wiederum ist an die Treibstoffversorgung gekoppelt. Was passiert also im Krisenfall? (14.12.2017)
"Die Wahrscheinlichkeiten für einen alles lahmlegenden Blackout sind gering. Aber wenn er passiert, ist dies eine nationale Katastrophe", sagt Unger. Das Gesamtrisiko wiederum, dass die Anzahl der Stromausfälle zunehmen, wachse. Da Treibstoff der Schlüssel zur Lösung solcher Katastrophen sei, müsse die Versorgung mit eben diesem gewährleistet werden. Polizei, Feuerwehr und die kritische Infrastruktur besäßen zwar Notstromaggregate, aber müssten regelmäßig Treibstoff nachgeliefert bekommen.

Schwachstellen im System

Dies dürfte eigentlich kein Problem sein, denn Deutschland habe für 90 Tage Treibstoff, um nachliefern zu können. Jedoch sei bei den Analysen der deutschen Notfallinfrastruktur herausgekommen, dass die Tanklager, bei einem Stromausfall ebenfalls an den Treibstoff nicht mehr herankämen. Ihre Pumpen würden elektrisch funktionieren, denn diese seien im täglichen Gebrauch präziser.

Des Weiteren brauche eine Stadt mit 500.000 Einwohnern 300.000 Liter Treibstoff pro Tag, um nur den notwendigen Betrieb in Krankenhäuser, Polizei und Feuerwehr aufrechtzuerhalten. Deshalb sei eine ausgeklügelte Logistik, um den Treibstoff von den Lagern zu den Einsatzorten zu transportieren, notwendig. Aktuell bestehe ein Verteilungsproblem.

Handlungsempfehlungen

"Die Katastrophenschutzbehörden und Betreiber kritischer Infrastrukturen müssen nun die notwendigen Strukturen schaffen", sagte Unger bei der Vorstellung der Empfehlungsbroschüre für Länder und Landkreise. Dazu würden Netzersatzanlagen gebraucht, die den Strom bei den Tanklagern aufrechterhalten. Auch müsse die IT-Sicherheit der Lager optimiert werden, zum Schutz vor gezielten Cyber-Angriffen, die sie lahmlegen könnten. Um sich der Thematik näher zu widmen, hat das BBK in Zusammenarbeit mit der Berliner Feuerwehr und weiterer Partner die Empfehlungsbroschüre ausgearbeitet – sie kann hier heruntergeladen werden.

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