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Data Analytics

Automatisierung in der Verwaltung

Diskussionsrunde beim ÖFIT-Kongress: (v.l.n.r.) Basanta Thapa (Moderation), Prof. em. Klaus Lenk, Anke Domscheit-Berg (Die Linke), Prof. Peter Parycek, Dr. Christian Djeffal, Saskia Esken (SPD) (Foto: BS/Stiebel)
Diskussionsrunde beim ÖFIT-Kongress: (v.l.n.r.) Basanta Thapa (Moderation), Prof. em. Klaus Lenk, Anke Domscheit-Berg (Die Linke), Prof. Peter Parycek, Dr. Christian Djeffal, Saskia Esken (SPD) (Foto: BS/Stiebel)
Effizienz steigern, Bürokratie abbauen, bessere Entscheidungen treffen – neuen Technologien zur Big Data-Analyse und Automatisierung wird viel Potential für die öffentliche Verwaltung nachgesagt. Grundlage sind leistungsfähige Algorithmen, die sich womöglich bald durch Künstliche Intelligenz (KI) selbst weiter optimieren. (27.11.2017)

Prof. Peter Parycek zeigte auf einem Kongress des von ihm geleiteten Kompetenzzentrums Öffentliche IT (ÖFIT), wie Data Analytics Politik und Verwaltung unterstützen können. Grundlage sind Datenquellen, die zunächst identifiziert und bewertet werden müssen. "Die wenigsten öffentlichen Stellen haben derzeit eine Übersicht über interne und externe Datenquellen und wie sie genutzt werden können und dürfen", erklärte Parycek. Neben den eigentlichen Analyse-Tools brauche es vor allem Plattformen, die Daten aus verschiedenen Quellen verwalten und nutzbar machen können. Als Anwendungsfelder präsentiert der ÖFIT-Leiter auf der einen Seite automatisierte und perspektivisch autonome Entscheidungsfindung. Ziel ist hier eine wirkungsbasierte Verwaltung. Auf der anderen Seite stehen Modellrechnungen auf Grundlage großer Datenmengen, die gute Vorhersagen darüber erlauben könnten, wie sich konkrete politische Maßnahmen in bestimmten Domänen auswirken würden. Damit könnte eine evidenzbasierte Politikgestaltung unterstützt werden.

Auf dem Kongress wurde aber auch vor Risiken gewarnt. So mahnte Prof. Klaus Lenk: "Hinter Technologien stehen immer bestimmte Akteure mit ihren eigenen Motiven.". Der emeritierte Professor für Verwaltungswissenschaft an der Universität Oldenburg forderte daher statt der Technologien stärker die Aufgaben und Ziele von Politik und Verwaltung in den Fokus zu nehmen. "Wir müssen mehr und bewusster gestalten, als dass wir die Dinge über uns hereinbrechen lassen", so Lenk.

Dem schloss sich auch Dr. Christian Djeffal an: "Die Frage lautet: Wie können wir ein positives Leitbild, eine Vision für den Einsatz von Technologien entwickeln?" Djeffal beschäftigt sich am Humboldt Institut für Internet & Gesellschaft mit normativen Leitlinien für den Einsatz von KI in der öffentlichen Verwaltung. Während er einerseits rechtliche Grenzen durch Datenschutz, IT-Sicherheits-Gesetzgebung und Beamtenrecht identifiziert, sieht er aber auch potentielle Gründe für den Einsatz von neuen Technologien. Basierend auf dem Prinzip der Good Governance könne sich womöglich ein "Recht auf algorithmische Entscheidung" ableiten, wenn automatisierte Prozesse nachweislich bessere Entscheidungen treffen als Menschen.

stb




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