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Das Ländle bald mit Hinterland-Anbindung

Verkehrsminister Hermann: Landeseinheitstarif / Stundentakt / Metropolexpresszüge / Regiobusse

Die Zeiten, in denen man von Karlsruhe Waldstadt zum Stuttgarter Fernsehturm drei Fahrscheine braucht, werden mit dem Baden-Württemberg-Ticket vorbei sein, kündigte Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann an. (Foto: BS/Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg)
Die Zeiten, in denen man von Karlsruhe Waldstadt zum Stuttgarter Fernsehturm drei Fahrscheine braucht, werden mit dem Baden-Württemberg-Ticket vorbei sein, kündigte Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann an. (Foto: BS/Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg)
Baden-Württemberg will in den kommenden Jahren alle Kommunen im Land öfter als bislang und mindestens im Stundentakt mit Bussen und Bahnen anbinden. Der ländliche Raum soll damit attraktiver und die Klimaschutzziele im Verkehrsbereich besser erreicht werden, teilte das Landesverkehrsministerium mit. (21.04.2017)

Stundentakt, von frühmorgens bis spätabends, an allen Wochentagen: "Dieses Mobilitätsversprechen wollen wir in den kommenden Jahren schrittweise umsetzen“, erklärte Verkehrsminister Winfried Hermann Anfang der Woche in Stuttgart. "Das hilft, den Stau auf den Straßen abzubauen, und bereitet den Weg hin zu einer umweltfreundlichen Mobilität."

Vorbild Schweiz

Das Land hat sich zum Leitbild gemacht, ein hochwertiges und flächendeckendes Mobilitätsangebot im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu schaffen.  "Wir brauchen im Ballungsraum und in der Fläche ein verlässliches Angebot. Nur so können wir eine ähnliche Akzeptanz des öffentlichen Verkehrssystems schaffen, wie es beispielsweise die Schweiz schon hat", so Hermann. Dort seien die Fahrgastzahlen in den Zentren, aber auch im ländlichen Raum doppelt so hoch wie im Ländle.  "Mit Bahn und Bus kommst du überall hin, im ganzen Land – das soll bei den Leuten ankommen.“

Erste Metropolexpresszüge in diesem Jahr

Im  Schienenpersonennahverkehr will man neben qualitativen Verbesserungen – neue Züge, WLAN, verbesserter Fahrradmitnahme – ebenso zusätzlich Verbindungen schaffen. Erste neue Metropolexpresszüge sollen noch in diesem Jahr starten und den weiteren Großraum Stuttgart mit der Landeshauptstadt verbinden. Die Taktfahrpläne würden dem Nachfragepotenzial entsprechend auf einzelnen Strecken verdichtet. Unabhängig davon soll hier auf allen Strecken im ländlichen Raum ein Stundentakt von 5 bis 24 Uhr umgesetzt werden. Die zusätzlichen Regionalisierungsmittel durch den Bund würden dabei helfen, heißt es.

Weil nicht alle größeren Kommunen an den vorhandenen Schienenstrecken liegen, hat Baden-Württemberg zusätzlich ein Förderprogramm für sogenannte Regiobuslinien aufgelegt. Die Schnellbuslinien sollen dünn besiedelte Landkreise mit dem Schienennetz der Mittel- und Unterzentren verknüpfen. "So bringen wir den verlässlichen Takt in die Fläche", sagte Hermann.  Die zehn vorhandenen Linien könnten auf rund 60 Linien aufgestockt werden.  Das Land übernimmt hier die Hälfte der Kosten, die in den Kommunen nicht durch Einnahmen gedeckt werden.

Bedarfsgerechte Rufbussysteme

Klar sei, dass ein flächendeckender Stundentakts im ländlichen Raum und zu Schwachverkehrszeiten nicht mit dem klassischen Linienbus funktioniere. "Da würde viel warme Luft transportiert, das wäre wirtschaftlich wie auch ökologisch nicht tragfähig." Daher will man in solchen Fällen auf bedarfsgesteuerte Rufbussysteme setzen.  Zwei Modellvorhaben in den Landkreisen Göppingen und Calw erproben deshalb den flächendeckenden Stundentakt von 5 bis 24 Uhr mit Rufbussen.

Neue Wege bei Finanzierung und Tarifen

Weiterhin sollen Stadt- und Landkreise mehr Mittel und mehr Gestaltungsmöglichkeiten vom Land erhalten. "Damit schaffen wir eine wesentliche Voraussetzung, um mit unserem Ziel einer ÖPNV-Offensive im Land, voranzukommen", sagte der Minister. Es sei von großer Bedeutung, dass die ÖPNV-Finanzreform gelingt, damit auch die Angebote von kommunaler Seite erweitert werden könnten. Der Baden-Württemberg-Tarif soll es schließlich erlauben, über die Grenzen einzelner Verkehrsverbünde hinaus mit nur einem Fahrschein im Ländle unterwegs zu sein.

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