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Ulrich Wegener stirbt mit 88 Jahren

Gründungskommandeur der GSG 9 ist tot

Der erste Kommandeur der Eliteeinheit der heutigen Bundespolizei, der GSG 9, Ulrich Wegener ist tot. Er wurde 88 Jahre alt. Wegener stand von 1972 bis 1979 an der Spitze der Spezialeinheit und leitete 1977 den Einsatz zur Befreiung der von palästinensischen Terroristen entführten Lufthansamaschine "Landshut" im somalischen Mogadischu. (03.01.2018)

Der erste Kommandant der Eliteeinheit GSG 9, Ulrich Wegener, der die Aktion zur Befreiung der Lufthansa-Maschine "Landshut" befehligte, ist tot. Er starb im Alter von 88 Jahren. (Foto: BS/privat)

Diese wurde am 18. Oktober 1977 um 0:05 Uhr Mitteleuropäischer Zeit im Rahmen der "Operation Feuerzauber" gestürmt. Beim Zugriff wurden drei Angreifer erschossen und eine Terroristin verwundet. Zudem wurden ein deutscher Elitepolizist und eine Flugbegleiterin des Fluges LH 181 verletzt. Alle Geiseln konnten befreit werden.

Zusammenhalt entscheidend

Wegener war bis zu seinem Tod eng mit der GSG 9 verbunden. Ein Charakteristikum der Eliteeinheit war ihm besonders wichtig: Der enge Zusammenhalt ihrer Mitglieder. Diese Kameradschaft "kann durch nichts anderes ersetzt werden", erklärte er im Gespräch mit dem Chefredakteur und Herausgeber des Behörden Spiegel, R. Uwe Proll. Und er machte klar: "Sie brauchen Befehlshaber, die wirklich mitmachen." Er selbst habe sie nie vor Einsätzen gedrückt. "Ich habe immer größten Wert darauf gelegt, dass ich mich auf jeden meiner Männer zu 100 Prozent verlassen konnte."

Wenn einer von ihnen sich nicht ausreichend auf einen Einsatz vorbereitet habe, sei das im Nachgang deutlich angesprochen worden. "Dann habe ich demjenigen gesagt: Was du abgeliefert hast, das war nichts. Ich erwarte von dir, dass du dich beim nächsten Mal wieder ordentlich vorbereitest." Und Wegner freute sich bis zuletzt darüber, "regelmäßigen Besuch von Führungskräften des GSG 9 zu bekommen" und sich mit ihnen über aktuelle Entwicklungen im Verband zu unterhalten.

GSG 9 braucht immer neueste Technik

Eine aktuelle Entwicklung sah der erste GSG 9-Kommandeur übrigens mit Sorge. Er hielt es im Behörden Spiegel-Interview für den falschen Weg, polizeiliche Sondereinheiten, die zur Terrorismusbekämpfung geschaffen wurden, zunehmend in den polizeilichen Alltag einzubinden. Was die GSG 9 angehe, sei es bisher aber gelungen, sie ausschließlich bei außergewöhnlichen Bedrohungslagen, "bei denen wir wissen, mit wem wir es zu tun haben", zum Einsatz kommen zu lassen.

Auch was die Bewaffnung angehe, gilt laut Wegener weiterhin: "Wir sind immer stur gewesen und haben uns damit durchgesetzt, dass wir spezielle Waffen benötigen." Des Weiteren sei es "völlig unmöglich, dass wir uns mit nicht-aktuellen Führungs- und Einsatzmitteln bescheiden", meinte Wegener, der vor seiner Verwendung bei der GSG 9 bei der Nato in Rom tätig war. Denn eines war ihm grundsätzlich wichtig: "Die GSG 9 muss immer auf dem aktuellsten Stand der Technik sein."

mfe




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