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Besuch an der IS-Front

"Mosul ist eine Stadt voller Leichen"

Konnte keinen ermutigenden Ausblick in die Zukunft des geschundenen Irak werfen: ".loyal"-Chefredakteur Marco Seliger. (Foto: BS/Portugall)
Konnte keinen ermutigenden Ausblick in die Zukunft des geschundenen Irak werfen: ".loyal"-Chefredakteur Marco Seliger. (Foto: BS/Portugall)
So bilanzierte gestern Abend Marco Seliger, Chefredakteur des Reservistenverbandsmagazins ".loyal", seinen Vortrag "Die Schlacht um Mosul", gehalten vor der Koblenzer Sektion der Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V. (GSP) am Zentrum Innere Führung. Die Kriege im Irak und in Syrien fänden "fast ausschließlich in Städten" statt. Daraus ließe sich aufgrund der fortschreitenden globalen Urbanisierung ableiten, wohin die "Reise" bei gewaltsamen Konflikten künftig gehe. (18.05.2017)

"Was man in Mosul an Orts- und Häuserkampf sieht, sollte man studieren", so der Journalist, der den Irak bereits dreimal bereist hat – zuletzt unlängst auch den befreiten Ostteil der nordirakischen Millionenstadt. Die Terrormiliz des sog. "Islamischen Staates" (IS) ziehe dort alle Register: Sprengfallen, Scharfschützen, menschliche Schutzschilde, Tunnelsysteme, Selbstmordattentäter mit selbstgebauten Panzerwagen, bewaffnete Drohnen, Giftgas – um nur die wichtigsten zu nennen. Die Regierungstruppen aus Bagdad wären alleine, d.h. ohne die Anti-IS-Allianz, völlig chancenlos.

Seliger sieht für den Irak als Gesamtstaat keine Zukunft: der Iran arbeite am "schiitischen Halbmond" vom Libanon bis Bahrain, die Kurden kontrollieren heute Gebiete, die noch nie zu ihrem Siedlungsgebiet gehört haben. Darüber hinaus drohe der gesamten Region des Nahen und Mittleren Ostens eine "Balkanisierung".

por




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