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Über 500 Ertrunkene in Deutschland

Zahl der Badetoten steigt im Vergleich zum Vorjahr um 49

Trotz aller Bemühung der Rettungsschwimmer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG, Foto) waren 2016 in Deutschland mindestens 537 Badetote zu beklagen. Besonders stark stieg die Zahl der ertrunkenen Flüchtlinge an. (Foto: DLRG)
Trotz aller Bemühung der Rettungsschwimmer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG, Foto) waren 2016 in Deutschland mindestens 537 Badetote zu beklagen. Besonders stark stieg die Zahl der ertrunkenen Flüchtlinge an. (Foto: DLRG)
In Deutschland sind im vergangenen Jahr mindestens 537 Menschen beim Baden ums Leben gekommen. 2015 waren noch 49 Personen weniger ertrunken, wie der Vizepräsident der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Achim Haag, in Berlin erklärte. Allein zwischen Juni und August des letzten Jahres ertranken demnach hierzulande 220 Menschen. (16.03.2017)

Besonders hoch war der Anstieg bei der Zahl der ertrunkenen Flüchtlinge. Während aus dieser Bevölkerungsgruppe 2015 noch 27 Personen in Gewässern ums Leben kamen, waren es 2016 bereits 64. Diese hohe Zahl dürfte auch darin begründet liegen, dass bei den Geflüchteten die von Wasser ausgehenden Gefahren oftmals unbekannt sind und ihre Schwimmfähigkeiten relativ gering sind. DLRG-Vize Haag erklärte zu den Zahlen: "Unfallschwerpunkt Nummer eins sind nach wie vor die unbewachten Binnengewässer. In Flüssen, Bächen, Seen und Teichen ertranken 406 Menschen, das sind gut 75 Prozent aller Opfer." An den Küsten von Nord- und Ostsee hingegen gab es hingegen "nur" 26 Badetote, 20 in der Ostsee, sechs in der Nordsee. Deshalb verlangte Haag eine Erhöhung der Sicherheit, vor allem an Binnengewässern, und eine verbesserte Schwimmfähigkeit, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen.

Kaum Opfer in Schwimmbädern

Des Weiteren plädierte der DLRG-Vizepräsident für Regelungen zur verbindlichen Absicherung von Binnengewässern. Diese Bestimmungen müssten von der öffentlichen Hand erlassen werden, meinte Haag. Denn: "Nur" 19 Personen ertranken im vergangenen Jahr in deutschen Schwimmbädern, 86 jedoch in Hafenbecken oder Gräben. Aus diesem Grunde warnte Haag auch: "Die meisten Opfer ertranken in unbewachten Gewässern." Oftmals seien Selbstüberschätzung, gesundheitliche Vorschäden, Übermut oder Leichtsinn sowie Unkenntnis über potentielle Gefahren Ursache für tödliche Badeunfälle, erläuterte Haag.

Von den 537 Badetoten, die hierzulande im vergangenen Jahr zu beklagen waren, waren 46 jünger als 16 Jahre und 77 Prozent männlich. 30 Opfer waren älter als 51 Jahre und in der Altersklasse zwischen 71 und 85 Jahren ertranken 2016 108 Personen. Hinzu kamen 139 16- bis 35-Jährige, die bei Badeunfällen starben.

Bayern führt unrühmliches Ranking an

Absolut betrachtet die meisten Badetoten zu verzeichnen hatte Bayern mit 91. Auf den weiteren Plätzen folgen Nordrhein-Westfalen (76 Verstorbene), Niedersachsen (58 Tote) und Baden-Württemberg (54 Badetote). In Berlin hingegen waren nur 14, in Bremen neun und im Saarland sogar nur zwei Tote zu beklagen.

mfe




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