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Papieratlas 2017

Recycling, zentrale Beschaffung, Multifunktionsgeräte

„Aufsteiger der Jahres“: Für die Landeshauptstadt Potsdam nimmt Kämmerer und Bürgermeister Burkhard Exner (Mitte) die Auszeichnung durch Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks  entgegen. Rechts im Bild: Ulrich Feuersinger, Sprecher der  Initiative Pro Recyclingpapier (IPR).    
(Foto: BS/Einhaus)
„Aufsteiger der Jahres“: Für die Landeshauptstadt Potsdam nimmt Kämmerer und Bürgermeister Burkhard Exner (Mitte) die Auszeichnung durch Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks entgegen. Rechts im Bild: Ulrich Feuersinger, Sprecher der Initiative Pro Recyclingpapier (IPR). (Foto: BS/Einhaus)
Für den Einsatz von Recyclingpapier hat Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks am Mittwoch die Stadt Solingen und die Universität Osnabrück ausgezeichnet. Für die höchste Steigerung der Recyclingpapierquote wurden auch die Stadt Potsdam und die Hochschule Rhein-Waal als Aufsteiger des Jahres im „Papieratlas 2017“ prämiert. (15.09.2017)

Man müsse Ämter und öffentliche Betriebe frühzeitig auf das Recycling-Ziel einschwören, „dann tut es auch gar nicht weh!“,  sagte Solingens Stadtdirektor Hartmut Hoferichter. Neben der Quote von 100 Prozent und einer zentralen Papierbeschaffung hat die Klingen-Stadt in der Verwaltung sämtliche Drucker und Kopierer gegen größere Multifunktionsgeräte ausgetauscht. Die ursprünglich rund 1.600 wurden so auf 240 Geräte reduziert worden. Weil dadurch Mitarbeiter weniger geneigt seien, alles auszudrucken, ergebe sich ein weiterer Spareffekt, unterstrich Hoferichter gegenüber dem Behörden Spiegel. 

Bachelor-Arbeit unterstützte

Mit dem heutigen Recyclingpapier könnten Kommunen nicht nur zeigen, dass der Weißegrad stimmt, sondern gleichzeitig sparen, sagte Potsdams Bürgermeister Burkhard Exner. Um in der Landeshauptstadt Potsdam von 90 auf 100 Prozent Blauer-Engel-Papier zu gelangen, dafür habe u. a. die Bachelor-Arbeit einer Studentin geholfen. Das Thema: Change Management – Umstellung der kommunalen Verwaltung auf Recyclingpapier. 

Gesamtanteil um 20 Prozent gesteigert

Für den fünften Sieg in Folge erhielt die Stadt Halle (Saale) die Sonderauszeichnung „Mehrfachsieger“. Auch die Städte Essen, Bonn, Freiburg, Erlangen und Siegen sowie die Universität Tübingen konnten ihre Bestleistungen aus den Vorjahren wiederholen. Die durchschnittliche Recyclingpapierquote der Städte stieg insgesamt auf rund 86 Prozent.  Innerhalb von zehn Jahren hätten die Städte damit ihren Anteil um etwa 20 Prozent gesteigert, sagte Ulrich Feuersinger, Sprecher der  Initiative Pro Recyclingpapier (IPR). „Und auch die Hochschulen verwenden bereits überdurchschnittlich viel Recyclingpapier.“ Hier wuchs die Quote auf knapp 66 Prozent.

Der Papieratlas wird seit zehn Jahren von der IPR in Kooperation mit dem Bundesumweltministerium, dem Umweltbundesamt, dem Deutschen Städtetag sowie dem Deutschen Städte- und Gemeindebund durchgeführt. Im Jubiläumsjahr konnten sich neben Groß-erstmals auch Mittelstädte beteiligen.  Im Wettbewerb der insgesamt 100 Kommunen befinden sich aber weiterhin keine kleineren Gebietskörperschaften unter 50.000 Einwohner. Auch gibt es keine Zahlen zu den Ländern, die deutschlandweit mehr als 1.000 Behörden unterhalten sollen.      

BMUB liegt bei 99,9 Prozent, Bundesverwaltung bei 95 Prozent

Das BUMB beschafft laut Dr. Ulf Jaeckel über seinen gesamten Geschäftsbereich zu 99,9 Prozent wiederverwertetes Papier. Einzig einige auslaufende Rahmenverträge stünden noch zwischen der vollständigen Recyclingquote. Die Bundesverwaltung insgesamt komme aktuell auf etwa 95 Prozent, sagte der zuständige Referatsleiter im BMUB. Weiterhin gelte hier das Ziel, ab 2020 hundert Prozent Recyclingpapier zu erreichen. 

Der Einsatz von Recyclingpapier ist relativ einfache Maßnahme zum Schutz natürlicher Ressourcen. Die ökologischen Anforderungen und Qualität garantiert solldabei das Umweltzeichen Blauer Engel garantieren. Die Herstellung spart demnach im Vergleich zu Frischfaserpapier bis zu 60 Prozent Energie und bis zu 70 Prozent Wasser. Seit der ersten Erhebung der Recyclingpapierquoten im Jahr 2008 haben die Städte laut IPR mit mehr als 120.000 Tonnen Blauer-Engel-Papier nahezu 800 Gigawattstunden Energie eingespart. Zum Vergleich: Die Einwohner einer Stadt wie Frankfurt am Main ein Jahr lang mit Strom versorgt werden.

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