Qualitätssicherung mitdenken
Dr. Joachim Sturm, Projektleiter Deutschland Online Waffenregister im BMI. Foto: BS/Bechtold
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Nicht nur bei Projekten, sondern auch bei der täglichen Arbeit sollte die Qualitätssicherung ein integraler Bestandteil sein. Andernfalls müsse ein enormer Aufwand betrieben werden, um bspw. zum Scheitern verurteilte Projekte zu retten. Zu diesem Ergebnis kamen die Diskutanten eines Forums des Behörden Spiegel auf dem Modernen Staat, bei dem drei Projekte im Fokus standen. (11.11.2011)
Wie unabdingbar die Qualitätssicherung ist verdeutlichte Klaus Peter Tiedtke, Direktor Beschaffungsamt des BMI am Beispiel von EVA, dem Elektronischen Vergabe Assistenten. Allgemein beinhaltet dieses zwei Komponenten eine externe, die eVergabe, und eine interne, ein Workflowsystem auf Domea-Basis, so der Direktor. Letzteres sollte in der jüngsten Vergangenheit durch ein neues System modernisiert werden. Das dazu durchgeführte Projekt geriet jedoch immer wieder in Verzögerung, Testfälle wurden in der Anfangszeit nicht vorgesehen, hausinterne Tests des Lieferanten nicht protokolliert, insgesamt sei die Qualität mehr als fraglich gewesen. Erst durch eine SQS-Qualitätssicherung hinsichtlich der Kategorien Zukunftsfähigkeit, Erweiterbarkeit, Flexibilität und Wartbarkeit des Systems konnte das Projekt gerettet werden. Optimiert werden musste die Fehlerbearbeitung, Weiterentwicklung und das Customizing an der Schnittstelle zwischen Auftraggeber und Lieferant. "Ein Methodisches Vorgehen der Qualitätssicherung brachte schließlich den Erfolg", resümierte Tiedtke.
Auch im Amt für Geoinformationswesen der Bundeswehr wird Qualitätssicherung groß geschrieben. Das dafür zuständige Dezernat mit fünf Planstellen, darunter zwei Oberstleutnante, ist direkt dem Ersten Direktor des Amtes, Heinrich Liebing, zugeordnet. 18 Naturwissenschaften sind unter dem Dach des Amtes gebündelt, deren Aufgabe es ist, alle relevanten Geoinformationen sämtlichen Streitkräften zur Verfügung zu stellen. Neben geologischen Daten sind dies auch meteorologische, ökologische, nautische, biologische Daten, aber auch ethnische Informationen. "Das komplette Qualitätsmanagement (QM) ist einerseits eine Teilkonzeption des Geoinformationsdienstes, andererseits ein Bestandteil des Systems Fähigkeitsforderung", erläuterte Liebing. Im Rahmen der Flugwetterberatung hat sich das Amt für Geoinformationswesen nach ISO 9001 zertifizieren lassen. Zu dieser Zertifizierung gehört auch ein umfassendes QM-System. Sowohl die Produktlandschaft des Amtes (Welche Produkte werden erstellt?) als auch die Prozesslandschaft (Wie werden Produkte erstellt?) werden im Rahmen des QM dokumentiert. Dies beinhaltet Arbeitsanweisungen, wie Prüfungsanweisungen und Checkhefte, Prozessbeschreibungen und Verfahrensanweisungen sowie QM-Handbücher.
"Die Qualitätssicherung im Rahmen des Projektes nationales Waffenregister (NWR) ist auf Grund der Komplexität des Systems unabdingbar", ist sich auch Dr. Joachim Sturm, Projektleiter Deutschland Online Waffenregister im BMI, sicher. Insgesamt 577 Waffenbehörden, die jeweils eigene IT-Lösungen vorhalten, sollen in das NWR überführt werden. Damit sollen einerseits die Anforderungen der EU erfüllt, die Waffenverwaltung modernisiert und letztendlich das E-Government vorangetrieben werden, berichtete Sturm. Im Kern soll ein föderales System beim Bundesverwaltungsamt eingerichtet werden, an dem sämtliche Waffenbehörden angegliedert werden sollen. Vor Ort eingegebene Änderungen, werden somit in das Gesamtsystem übermittelt. "Die Qualitätssicherung muss integral, professionell, individuell, messbar und unabhängig aufgestellt sein", so Sturm abschließend.
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