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Seniorengerechte Quartiere

UrbanLife+ / Über adaptive Bänke zum Safety-Atlas

Hohenheimer Wirtschaftsinformatiker untersuchen, wie Barrieren im urbanen Raum für Senioren durch "smarte Objekte" verringert werden können (v.l.n.r.: Prof. Dr. Stefan Kirn, Dr. Jörg Leukel, Marvin Hubl). (Foto: Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach GmbH)
Hohenheimer Wirtschaftsinformatiker untersuchen, wie Barrieren im urbanen Raum für Senioren durch "smarte Objekte" verringert werden können (v.l.n.r.: Prof. Dr. Stefan Kirn, Dr. Jörg Leukel, Marvin Hubl). (Foto: Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach GmbH)
Die Vernetzung von Mensch und Technik kann für ältere Menschen die Möglichkeit bieten, sich in ihrem Umfeld länger eigenständig zu bewegen. In Mönchengladbach erforscht ein Team aus verschiedenen Akteuren dafür Instrumente und Strategien. (09.08.2017)

Ob rutschfester Wegebelag, zusätzliche Hinweisschilder oder Bänke, die ihre Sitzhöhe verändern: Smarte städtebauliche Objekte bieten Komfort und können sich heute sogar untereinander abstimmen. Und Signale von Nutzern empfangen.

Armband mit Chip reguliert Straßenlaternen

"Ausgelöst etwa durch ein Armband mit einem Chip", erklärt Projektkoordinator Dr. Jörg Leukel von der Universität Hohenheim, ist es denkbar, dass sich die Wegbeleuchtung an das Sehvermögen der Passanten anpasst. Das Projektteam will die Technik auf dem Gelände eines Altenheims testen, das derzeit im Bau und im August  bezugsfertig sein soll.

"Die Objekte sind miteinander vernetzt, die Menschen interagieren mit ihnen – und erhalten so technische Unterstützung bei ihrem Weg durch die Stadt",  erklärt auch Projektleiter Prof. Dr. Stefan Kirn, vom Fachgebiet Wirtschaftsinformatik und ebenfalls von Uni Hohenheim. Kirn und Leukel sind Forscher aus einer Gruppe von Fachleuten aus Wirtschaftsinformatik, Informatik, Gesundheits- und Pflegewissenschaften und Stadtplanung, die in Mönchengladbach die Probe aufs Exempel machen wollen.

Sozial-Holding koordiniert Projekt

Die Praxitests werden von der Sozial-Holding der Stadt koordiniert, einem kommunalen Dienstleister und dem zentralen Akteur in der städtischen Altenhilfe. Ein Mobilitätstraining mit Senioren hat das Projektteam bereits durchgeführt, um Schwierigkeiten und Bedürfnisse zu analysieren. Damit seit auch weitere Bedarfe der Zielgruppe verstehen, hat die Sozial-Holding kürzlich eine Senioren-Befragung in zwei ausgewählten Stadtteilen durchgeführt. "Wir fragen unter anderem nach Einstellungen zu IT und deren Nutzung", berichtet Leukel. "So wollen wir mehr über die Menschen erfahren, um die Technologieentwicklung auf ihre Bedürfnisse auszurichten."

Das Projekt UrbanLife+ hat ein Fördervolumen von 4,8 Mio. Euro, wovon über 1,5 Mio. Euro aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) auf die Universität Hohenheim entfallen, die das Projekt bis Oktober 2020 federführend begleitet.  Neben dem Beratungsunternehmen Drees&Sommer sind auch die Universität Leipzig, die Universität der Bundeswehr München sowie weitere städtische Akteure beteiligt. Darunter die Kliniken Mönchengladbach, die städtische Entwicklungsgesellschaft EWMG und der Handelsverband NRW-Rheinland.

Städtebauliche Objekte mit Geokoordinaten

Ziel des Projekts ist es, u. a. einen sogenannten Safety-Atlas als Grundlage für die Weiterentwicklung der Stadtmobiliare mit Daten und umfassenden Analyseergebnissen zu veröffentlichen.  Darin enthalten sein sollen u. a. alle relevanten städtebaulichen Objekte mit ihren Geokoordinaten sowie bestimmten Merkmalen. Dazu zählen etwa Haltestellen, Bordsteine, Fahrradwege oder die Wegneigung. 

Der Atlas könnte für weitere Städte interessant sein. Denn vieles, was in Mönchengladbach gilt, lässt sich auch für Konzepte der Stadtgestaltung in anderen Kommunen adaptieren.

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