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Köln beschließt Klimapartnerschaft

Bündnis mit Gemeinden indigener Völker in Peru

Die Verschmutzung von Böden und Wasser mit Pflanzenschutzmitteln, ein erschwerter Zugang an traditionellen Nahrungsquellen für indigene Völker und der Verlust von Waldflächen und Artenvielfalt: Der Palmanbau zur Gewinnung von Öl zieht nicht nur in Südamerika viele negative Folgen nach sich. (Foto: domilo122/www.pixelio.de)
Die Verschmutzung von Böden und Wasser mit Pflanzenschutzmitteln, ein erschwerter Zugang an traditionellen Nahrungsquellen für indigene Völker und der Verlust von Waldflächen und Artenvielfalt: Der Palmanbau zur Gewinnung von Öl zieht nicht nur in Südamerika viele negative Folgen nach sich. (Foto: domilo122/www.pixelio.de)
Der Kölner Stadtrat hat einstimmig beschlossen, eine Klimapartnerschaft mit indigenen Völkern im peruanischen Amazonasgebiet einzugehen. In Kooperation mit dem Städtenetzwerk Klima-Bündnis wird die Stadt den Verband der indigenen Gemeinden des Ucayali und seiner Zuflüsse (FECONAU) unterstützen. (09.08.2017)

Die Partnerschaft soll Gemeinden der Shipibo-Conibo stärken und in ihrem Kampf gegen die Ausweitung von Palmöl-Plantagen auf ihrem Territorium unterstützen. Trotz der rechtlichen Anerkennung ihrer Gebiete, behält sich der Staat ein Verfügungsrecht vor und vergibt Lizenzen für den Anbau von Monokulturen, teilte das Klima-Bündnis mit.

"Die indigene Bevölkerung sieht sich durch diese Maßnahmen nicht nur in ihren Rechten, sondern auch in ihrer Existenz gefährdet", sagte der Kölner Bürgermeister Andreas Wolter. Im Rahmen der Klima-Bündnis-Mitgliedschaft hat Wolter die Situation in Peru auf einer Delegationsreise im Frühjahr persönlich erlebt. Seine Erfahrungen dienten als Anregung für den Beschluss der Stadt.

Beispiel soll weitere Kommunen ermutigen

"Das Beispiel der Stadt Köln sollte weitere Kommunen ermutigen eine Partnerschaft mit indigenen Völkern der Regenwälder einzugehen", erklärte Thomas Brose, Geschäftsführer des Klima-Bündnis. "Nur über den direkten Kontakt mit unseren indigenen Partnern erfahren wir in Europa mehr über die Folgen der Ressourcenübernutzung sowie die Auswirkungen des Klimawandels in Amazonien."

Große Monokulturen, wie Palmölplantagen, bedrohen laut Klima-Bündnis die Lebensgrundlage vieler indigener Völker wie der Shipibo-Conibo. Die EU gehört zu den weltweit größten Importeuren von Palmöl, das etwa als Biotreibstoff und Nahrungsmittel verwendet wird.  Die Anbaufläche wurde in den letzten Jahren verstärkt ausgeweitet und führt auf Primärwaldflächen zum Ausstoß großer Mengen von Treibhausgasen.  Die Klimapartnerschaft habe somit nicht nur eine politische und soziale Funktion, sondern ist auch Teil der Klimaschutzaktivitäten der Stadt Köln.

Kommunales Klima-Bündnis

Über 1.700 Städte, Kreise und Gemeinden sowie Bundesländer und Provinzen, NGOs und andere Organisationen in ganz Europa bilden das Netzwerk. Mit Blick auf die Mitgliederzahl ist die 1990 gegründete Vereinigung das weltweit größte Städtenetzwerk, das lokale Maßnahmen für den globalen Klimaschutz ergreift.

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