http://www.behoerden-spiegel.de
Anzeige 
 

Kommentar

Hamburg - gibt es Lehren?

Dass Gipfelergebnisse und friedlicher Protest im Krawall untergehen, war doch nach Heiligendamm und EZB-Eröffnung in Frankfurt am Main nicht anders zu erwarten. Die Polizei hat deutlich vorgewarnt. Ein Glück nur, dass es - wie beim G8-Gipfel in Genua im Jahre 2001 - keinen Toten gab. Die Polizei hat lageangepasst und entsprechend ihrer Fähigkeiten richtig agiert. (10.07.2017)

Der Chefredakteur und Herausgeber des Behörden Spiegel, R. Uwe Proll, warnt vor einer weiteren Verharmlosung "alternativer Projekte" aus dem linksextremen Milieu. (Foto: BS/Nicole Schnittfincke)

Die Masse ihrer Kräfte war allerdings gebunden durch Objekt- und Personenschutz sowie Routensicherung und durch viele friedliche Proteste. Das wurde  besonders deutlich, als ein Spezialeinsatzkommando aus dem Gipfelschutz selbst abgezogen wurde und als nach Ende des Gipfels(!) in der Schanze dann plötzlich jede Menge Spezialkräfte, darunter sogar die österreichische Anti-Terror-Einheit Cobra, auftauchten, weil die Staatsgäste eben abgereist waren.

Wirklich neu war an den Abläufen der Krawalle und den Gewaltformen nichts. Alles hat es in Hamburg selbst oder Berlin schon einmal gegeben. Sicherlich war ihre Massierung signifikant und natürlich war auch der Umstand außergewöhnlich, dass die Masse der Polizeikräfte zum Schutz des Gipfels und dessen Teilnehmer eingesetzt wurden, also gebunden waren.

Deshalb gibt es auch keine polizeitaktischen Defizite zu diskutieren. Und die Polizei muss nicht weiter paramilitarisiert werden. Alle Konsequenzen liegen außerhalb der Polizei: kein Gipfel in einer nicht zu kontrollierenden Stadt mit starkem linksextremen Milieu mehr, keine weitere Verharmlosung "alternativer Projekte" wie der Roten Flora, die ja Brutstätte der Gewaltvorbereitung und Einlader aller Extremisten europaweit war, sowie die Ermöglichung der Erteilung von Platzverweisen für Schaulustige. Diese waren Teil der Gewaltinszenierung. Und: statt neuer Gesetze das Ausschöpfen der vorhandenen Strafrahmen.

Das latente Verständnis gegenüber linksextremer Gewalt, die schon seit Jahren systematisch von der Sachbeschädigung zur Körperverletzung übergegangen ist, geht auch jetzt weiter. Es seien agents provocateur der Polizei und die vielen ausländischen (!!!) Linksradikalen gewesen, die die sogenannte Schanze demoliert hätten. Nein: Es war die Schanze selbst, die sich demoliert hat. Denn dort ist der gesamte Krawall geplant worden.

R. Uwe Proll




- Anzeigen -
Werbung


 

 
Partner
Partner

Logo der ICT AG