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Integration als kommunale Aufgabe

Es braucht sozialraumorientierte Förderstrategien

Nach dem Willkommensgruß beginnt für die Kommunen die Integrationsarbeit erst richtig: Versorgung und Unterbringung der Geflüchteten vor dem Hintergrund der Wohnungsnot.  (Foto: Wilhelmine Wulff, pixelio.de)
Nach dem Willkommensgruß beginnt für die Kommunen die Integrationsarbeit erst richtig: Versorgung und Unterbringung der Geflüchteten vor dem Hintergrund der Wohnungsnot. (Foto: Wilhelmine Wulff, pixelio.de)
Nach der Erstunterbringung und -betreuung von Geflüchteten stellt sich die Frage nach deren langfristiger Integration. Schauplatz hierfür sind die Kommunen. Sie müssen Maßnahmen ergreifen, die eine Eingliederung der Ankommenden in die Gesellschaft auf lange Sicht gewährleisten. Diese Herausforderung offenbart aber gleichzeitig bereits bestehende Probleme der Städte und Gemeinden. (14.12.2017)

Zentrales Zuwanderungsmotiv sei die Suche nach Schutz und Sicherheit; ist dies gewährleistet, wünschen sich die meisten Geflüchteten raschen Zugang zu einem Arbeits- oder Ausbildungsplatz und die Möglichkeit zur gesellschaftlichen Teilhabe. Das zeigt eine gemeinsame Interviewstudie des Forschungsbereichs beim Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) und der Robert Bosch Stiftung, die Dr. David Schiefer, Mitarbeiter beim SVR, im Rahmen der Dialogveranstaltung des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) zum Thema "Wie die Integration Geflüchteter in den Kommunen gelingen kann" vorstellte.

Die Studie nimmt die Perspektive der Geflüchteten selbst in den Fokus und eruiert deren Wahrnehmung der jeweiligen Wohnorte. Dabei werde deutlich, dass Zugewanderte anfangs mit großer Offenheit den ihnen zugewiesenen Ortschaften gegenüberstehen und Umzugswünsche erst im Laufe der Zeit entstehen, so der Psychologe Schiefer. Gründe seien dann unter anderem Zugang zu Erwerbstätigkeit und Bildungsangeboten, bessere Anbindung und Mobilität, soziale Teilhabe sowie Privatsphäre und Einheit der Familie.

Angespannte Infrastruktur- und Wohnungsmarktlage

Die genannten Beweggründe deuten allerdings auf strukturelle Probleme hin, mit denen die Kommunen zu kämpfen haben. Unzureichende Infrastruktur in ländlichen Regionen und gleichzeitiger Mangel an bezahlbarem Wohnraum in den größeren Städten führe zu einer Konkurrenzsituation zwischen Migranten und der ansässigen Bevölkerung (vor allem Geringverdienern) auf dem Wohnungsmarkt, erläutert Franziska Bensch vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Ebenso verdeutliche das fehlende Angebot an Kinderbetreuungsmöglichkeiten (z. B. Kitaplätze), dass "viele Sozialräume nicht ausreichend auf den Integrationsprozess vorbereitet sind", ergänzt Heike Thöne aus dem Referat Soziale Stadt der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen Berlin. Integrationsmaßnahmen sollten immer auch auf die ansässige Bevölkerung ausgerichtet sein, so die Stadtplanerin.

kh




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