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Lückenlose Lieferkette gefordert

Illegaler Zigarettenhandel und Terrorismus eng verbunden

Da der illegale Zigarettenhandel und -schmuggel große Steuerschäden verursacht und auch eine gesundheitliche Gefährdung für die Konsumenten darstellt, braucht es in diesem Bereich eine lückenlose, jederzeit nachprüfbare Lieferkette. (Foto: I-vista, pixelio.de)
Da der illegale Zigarettenhandel und -schmuggel große Steuerschäden verursacht und auch eine gesundheitliche Gefährdung für die Konsumenten darstellt, braucht es in diesem Bereich eine lückenlose, jederzeit nachprüfbare Lieferkette. (Foto: I-vista, pixelio.de)
"Bei Zigaretten und Medikamenten muss es eine lückenlose Lieferkette geben." Diese Forderung erhob der ehemalige Polizeidirektor Hans-Joachim Kensbock-Rieso. Zudem warnte er angesichts eines illegalen Glimmstängelmarktes in der Bundesrepublik im vergangenen Jahr in Höhe von 4,8 Milliarden Zigaretten: "Der Terrorismus finanziert sich auch aus dem Zigarettenschmuggel." (24.10.2017)

Des Weiteren berichtete Kensbock-Rieso, dass der illegale Zigarettenhandel beziehungsweise -schmuggel große Gewinnspannen mit sich brächte und dieser Bereich oftmals Strukturen der Organisierten Kriminalität aufweise. Zugleich unterstrich er: "Deutschland ist ein großes Ziel des illegalen Zigarettenhandels in Europa." Dabei kämen die Glimmstängel insbesondere aus Polen, der Ukraine oder Weißrussland." Obwohl dies bekannt sei, kritisierte der ehemalige Polizeibeamte aus Nordrhein-Westfalen die Untätigkeit vieler seiner früheren Kollegen. Kensbock-Rieso bemängelte: "Die Polizei kümmert sich nicht um den Zigarettenschmuggel." Es gebe nur eine Ausnahme: Die bereits seit 1999 existierende "Gemeinsame Ermittlungsgruppe Zigaretten" (GE Zig) von Berliner Polizei und dem Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg.

Rein vietnamesische Netzwerke

Deren Arbeit präsentierte Gregor Ott auf einem Führungskräfte-Forum des Behörden Spiegel in Berlin. Dabei berichtete er, dass die vietnamesischen Händler in der Bundeshauptstadt die Glimmstängel mittlerweile aus Plastiktüten heraus stangenweise verkaufen würden. Sie hätten auch nicht mehr - wie es früher einmal der Fall gewesen sei - größere Vorräte an Zigaretten direkt an ihren Verkaufsplätzen. Der Nachschub werde heutzutage vielmehr aus sogenannten Bunkern heraus an sie geliefert. Dabei würden alle Aufgaben - mit Ausnahme der Bereitstellung der "Bunker, bei denen es sich in der Regel um Wohnungen sozial schwächerer deutscher Staatsbürger handele - von Vietnamesen selbst wahrgenommen.

Die Lieferfahrten nach Berlin wiederum starteten in Polen und würden auch von dortigen Staatsbürgern durchgeführt. Dabei seien immer mindestens zwei, teilweise auch drei, Fahrzeuge unterwegs. Neben dem eigentlichen Lieferauto gebe es einen sogenannten Piloten, der eventuelle Kontrollstellen des Zolls oder der Polizei identifiziere, und zum Teil noch ein Begleitfahrzeug, berichtete Ott.

mfe




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