IKT-Standort Deutschland weiter Mittelmaß
Pressegespräch bei der Vorstellung der Studie zum IKT-Standort Deutschland: v.l.n.r.: Prof. Dr. Arnold Picot, LMU München, Prof. Dr. Irene Bertschek, Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH, Dr. Sabine Graumann, TNS Infratest, Hans-Joachim Otto, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, und Holger Schlienkamp, Pressesprecher im BMWi
Foto: BS/BMWi
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Der aktuelle Monitoring-Report Deutschland Digital 2011 weist Deutschland auf dem sechsten von 15 Plätzen aus. Allerdings erreichte die Bundesrepublik nur 56 von maximal 100 Indexpunkten. Stärken zeigt Deutschland im Bereich der Internet-Werbeumsätze und der Marktbedeutung mit einem dritten und fünften Rang. Besonders schwach schnitten hingegen die Qualität des E-Government (10. Platz), die IKT-Ausgaben pro Kopf (11.) und die Nutzung von sozialen Netzwerken (13.) ab. Das Gesamtranking führt Südkorea mit deutlichem Abstand an. (08.12.2012)
″Das Ergebnis zeigt, dass Deutschland auf dem Weg zur Weltspitze vorangekommen ist. Dies ist erfreulich. Aber wir wollen natürlich noch besser werden″, sagte Hans-Joachim Otto, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Die Benchmarkstudie von TNS Infratest im Auftrag des BMWi vergleicht seit dem Jahr 2000 die 15 besten IKT-Nationen in 23 Kernindikatoren, lässt sie durch Experten bewerten und leitet daraus Handlungsempfehlungen ab.
Chancen und Risiken
Um die Standortchancen auszubauen empfiehlt das Expertengremium die Fokussierung auf branchenübergreifende Industriekonvergenzfelder. Soll solle sich die politische Unterstützung auf die Bereiche E-Energy/Smart Grids, E-Mobility, Smart Building/Smart Home und E-Health erstrecken. Zudem müsse die staatliche Förderung auf Wachstumsfelder wie Cloud Computing und IT-Sicherheit konzentriert werden. Weiterhin sollten Forschungs- und Entwicklungsprojekte steuerlich begünstigt werden, um den deutschen Wettbewerbsnachteil abzubauen. Auch eine bekannte Forderung wird von den Experten wieder in den Mittelpunkt gerückt: Der Netzausbau müsse zügig vorangetrieben werden, hohe Bandbreiten, Netzstabilität und Netzsicherheit müssten gewährleistet werden.
Nachteile des Standortes Deutschland seien u.a. der Fachkräftemangel, der durch qualifizierte Zuwanderung und verbesserte Ausbildung beseitigt werden müsse. Investitionen in Bildung nähmen dabei einen noch höheren Stellenwert ein, als Investitionen in Netze, so das Gremium. Insgesamt forderten die Experten eine Anhebung der Bildungsausgaben auf sieben Prozent des Bruttoinlandproduktes. Zudem müsse in Deutschland eine Chancengleichheit für deutsche und ausländische Wettbewerber durch eine Anpassung der Rechtsungleichheit vor allem bei Datenschutz und Urheberrecht geschaffen werden. Als dritten Punkt forderte die Runde eine Förderpolitik für mittelständische Unternehmen mit dem Ziel, einer stärkeren Internationalisierung.
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Standortvorteil steht und fällt mit IT-Sicherheit
Auf dem 6. Nationalen IT-Gipfel hat Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich dazu aufgerufen, dass jeder Einzelne sich für die Sicherheit im Internet verantwortlich fühlen müsse. Der Staat sei für die Herausforderungen der Cyber-Sicherheit gut gerüstet. Vertreter der Wirtschaft forderten einen gesamtgesellschaftlichen Konsens für eine sichere IT-Infrastruktur. (06.12.2012) weiterlesen
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