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Big Data

Mr. Watson goes Public

IBM eröffnete vergangene Woche im Watson IoT Center in München das Government Industry Lab. (Behörden Spiegel)
IBM eröffnete vergangene Woche im Watson IoT Center in München das Government Industry Lab. (Behörden Spiegel)
Watson wurde schon auf mehreren CeBITs von IBM vorgestellt. Im Grunde ist es eine offene Plattform zur Analyse und Auswertung von Big Data-Informationen. Im Government Industry Lab, welches nun in der vergangenen Woche im Watson IoT Center des Unternehmens eingeweiht wurde, sollen zukünftig mithilfe von Big-Data-Analysen neue Anwendungen für den Government-Bereich entwickelt werden. (20.10.17)Neu bei Watson ist vor allem die Ausrichtung auf die Welt des Internet of Things (IoT). IBM will sich hier als Partner für Regierungen, Sicherheitsbehörden und Kommunen besonders rüsten. Denn auch im Regierungsbereich und insbesondere im kommunalen Umfeld sind immer mehr Dinge mit Sensoren versehen, die vernetzt sind und vielfältige Daten erheben. Daraus bieten sich zahlreiche neue Analysemöglichkeiten.

Das gilt aktuell schon für den Polizei- und Militärbereich. In Nordrhein-Westfalen wird auf Basis von Watson Predictive Policing betrieben. Alle Daten über Verkehrsunfälle werden akribisch erfasst und ausgewertet. Dazu gehören Wetterbedingungen, Verkehrsaufkommen und lokale Angaben. Anhand dieser Daten lassen sich dann Prognosen für ein vermutlich erhöhtes Unfallaufkommen erstellen. Im Bereich der Kriminalitätsprognose wird dies bereits auch mit anderen Produkten in einigen Bundesländern angewandt.

Tool für das Militär

Aber auch die Verfügbarkeit von militärischen Einsatzmitteln lässt sich mit Hilfe von zahlreichen Sensoren mit hoher Wahrscheinlichkeit vorhersagen. Big Data, also die Sammlung möglichst vieler Daten in einem fokussierten Umfeld, kann auch räumlich begrenzt genutzt werden, wie es der Hafen Rotterdam derzeit auf Basis von IBM Watson praktiziert. Autonom fahrende Schiffe gigantischen Ausmaßes liefern unzählige Daten, kombiniert mit Daten aus Wetterberichten, Wasserstandsmeldungen und weiteren Umständen, lässt sich mit diesen Informationen die Ein- und Ausfahrt in den Hafen sicher managen.

Ermittlung von Gefährdern

Die Stadt Nizza hat nach dem schrecklichen Terroranschlag mithilfe zahlreicher Sensoren und Kameras ein System entwickelt, wonach potenzielle Gefährder aufgrund von Wahrscheinlichkeiten ermittelt werden können.

In München wurde nun auch eine Anwendung für Elektrofahrräder vorgestellt, welche die Mobilitätsdaten über die Plattform Watson analysiert. So lassen sich u.a. Diebstähle exakt nachvollziehen und dann über eine sichere Blockchain-Technologie als fertiges Analyseprodukt an die Polizei übermitteln. Für die Beamten ist dann klar ersichtlich, ob das Fahrrad abgeschlossen war, wo es geklaut wurde und wo es sich jetzt befindet.

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Dr. Reinhard Brandl betonte auf der Veranstaltung, dass Watson einen großen Vorteil für die Bundeswehr auch deswegen darstellt, weil Anwendungen aus verschiedenen Zielbereichen auf Basis von Watson für die Bundeswehr übernommen werden könnten. Die Bundeswehr ist nämlich auch Satellitenbetreiber, Betreiber einer Flotte auf dem Meer und ein Softwareunternehmen. Lösungen, die in der Industrie mit Watson gefunden wurden, ließen sich durchaus sinnvoll für das “Geschäft” der Bundeswehr übertragen. Brandl betonte aber auch, dass die Sicherheit der Daten für eine politische Akzeptanz unbedingt erforderlich sei.

Erleichterung beim Migrationsmanagement

Dr. Markus Richter, CIO des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), lobte ebenfalls den Einsatz. Seine Behörde sei IT-technisch in der Vergangenheit so ausgerüstet gewesen, dass man bis zu 40.000 Flüchtlinge bzw. Asylantragsteller per IT hätte erfassen können. Durch die deutlich größere Zahl der Verfahren sei dann nicht nur die Organisation überfordert gewesen, sondern auch die IT-Infrastruktur. Watson biete da Möglichkeiten bei der Erfassung, aber insbesondere auch bei der Prüfung der Angaben der Flüchtlinge, die in bisheriger IT-Technologie nicht möglich gewesen seien. Massendatenverarbeitung zur Interpretation der Herkunft der Migranten und der damit verbundenen Glaubwürdigkeit, ließen sich mit Instrumenten wie Watson verbessern. Für Dr. Richter steht fest: “IT ist der Schlüssel beim Migrationsmanagement.”

rup




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