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"Digitale Kleinstaaterei beenden"

Ulrich Silberbach (dbb) hielt Grundsatzrede

Ulrich Silberbach, Bundesvorsitzender des dbb Beamtenbund und Tarifunion, kritisierte das mangelnde Zusammenspiel von Bund, Ländern und Kommunen bei der Modernisierung des Öffentlichen Dienstes. (Foto: dbb)
Ulrich Silberbach, Bundesvorsitzender des dbb Beamtenbund und Tarifunion, kritisierte das mangelnde Zusammenspiel von Bund, Ländern und Kommunen bei der Modernisierung des Öffentlichen Dienstes. (Foto: dbb)
Der Bundesvorsitzende des dbb Beamtenbundes und Tarifunion, Ulrich Silberbach, hat mit Blick auf die Modernisierung des Öffentlichen Dienstes die Politik zu einem Pakt für Digitalisierung aufgerufen. “Für eine wirklich sichere, ganzheitliche digitale Strategie muss es ein Zusammenspiel von Bund, Ländern und Gemeinden geben”, sagte Silberbach in seiner Grundsatzrede bei der dbb Jahrestagung am Montag in Köln. (11.01.2018)

“Derzeit hängt Deutschland im Zeitalter der digitalen Kleinstaaterei fest. Das widerspricht dem Gedanken der Vernetzung. Es gibt zwar vielversprechende regionale IT-Initiativen, aber eben keinen verbindlichen nationalen Masterplan.” Dabei gehe es nicht nur um technische Notwendigkeiten, sondern um eine seriöse Planung des personellen, organisatorischen und finanziellen Aufwandes.

“Gerade in der kritischen Umstellungsphase auf digitalisierte Prozesse steigt die ohnehin hohe Arbeitsbelastung, daher ist eher mehr als weniger Personal erforderlich”, erklärte Silberbach. Für Fortbildungen gebe die öffentliche Hand allerdings nur ein bis drei Prozent des Personalbudgets aus, in der Privatwirtschaft sei es das Drei- bis Vierfache. “Ohne die Erfahrung der Praktiker kann die Digitalisierung aber nicht gelingen. Wir gehen daher von einem mittelfristigen Investitionsbedarf für Hard- und Software sowie Qualifizierung im zweistelligen Milliardenbereich aus”, so der dbb Chef.

Gefahr der Entgrenzung

Bei der Digitalisierung staatlicher Dienstleistungen, mahnte der dbb Bundesvorsitzende, müssten auch die veränderten Arbeitsbedingungen berücksichtigt werden. Wenn Arbeit immer und überall verfügbar sei, ermögliche das viele Freiheiten, um sie beispielsweise familienfreundlicher zu gestalten. “Das birgt aber auch die Gefahr der Entgrenzung, der mangelnden Trennung von Arbeit und Privatleben”, warnte Silberbach. “Deshalb müssen Personal- und Betriebsräte über die Einhaltung adäquater Spielregeln wachen können.”

lkm




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