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EU-Richtlinie muss bis 2018 in Deutschland umgesetzt werden

1. Deutsches Radon-Symposium in München

Prof. Dr. Christoph Eipper kritisierte den schleppenden Umgang mit den Gefahren von Radon hierzulande. (Foto: BS/Feldmann)
Prof. Dr. Christoph Eipper kritisierte den schleppenden Umgang mit den Gefahren von Radon hierzulande. (Foto: BS/Feldmann)
In Bayerns Landeshauptstadt München hat das 1. Deutsche Radon-Symposium stattgefunden. Hintergrund der Veranstaltung war die Tatsache, dass eine entsprechende Richtlinie der Europäischen Union bis Februar 2018 auch hierzulande in nationales Recht implementiert werden muss. Die Vorschrift enthält erstmals auch einen Referenzwert für die Radonbelastung. Er liegt bei 300 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft. (16.10.2015)

Auf der Tagung machte Prof. Dr. Christoph Eipper als Geschäftsführer der Envi Experts GmbH deutlich, dass die Gesundheitsrisiken der natürlichen Strahlenexposition durch Radon nach einem langen Prozess mittlerweile unbestritten und dokumentiert seien. Gleichwohl tue man sich in Deutschland - ungeachtet der Tatsache, dass Radon Lungenkrebs verursachen kann - bisher noch schwer, mit dem Thema Radon umzugehen. Diesbezüglich befinde man sich hierzulande noch in der "Steinzeit", obwohl Radon bereits ein "altes Thema" und eine "lange Leidensgeschichte" sei, machte der Experte unmissverständlich deutlich. Zudem betonte er nach einer Präsentation der Eigenschaften und Gefahren des radioaktiven Edelgases, dass grundsätzlich kein Schwellenwert bekannt sei, unterhalb dessen keine Gesundheitsgefährdung durch Radon auftrete. Aus diesem Grunde plädierte Eipper dann auch für die Festlegung eines empfohlenen Zielwertes von 100 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft. Handlungsbedarf sah er im Hinblick auf die Radonexposition unter anderem an Büroarbeitsplätzen in der Privatwirtschaft und im Öffentlichen Dienst sowie in Schulen und Kindergärten.

Größere Anstrengungen verlangt

Dr. Stephanie Hurst vom Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft hingegen richtete ihren Fokus auf die Umsetzung der EU-Richtlinie in anderen europäischen Staaten sowie auf entsprechende frühere Maßnahmen beispielsweise in Irland, Großbritannien, Skandinavien und Tschechien. Zudem berichtete sie über die Radonstrategie im Freistaat Sachsen. Ergänzt wurde das Symposium darüber hinaus durch Vorträge mehrerer Rechtsanwälte zu juristischen Fragen im Zusammenhang mit Radon in verschiedenen Rechtsgebieten sowie durch einen Vortrag von Dr. Antje Eichler vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie. Des Weiteren erläuterte Dirk Dewenter vom Gebäudemanagement der Stadt Wuppertal seine Erfahrungen bei der Erstellung einer Radonpotentialkarte sowie der Festlegung von Radonvorsorgegebieten. Abgeschlossen wurde die Veranstaltung durch eine Podiumsdiskussion, auf der unter anderem eine bessere Information der Bürger über die Risiken des Edelgases und seiner Zerfallsprodukte sowie ein stärkeres Engagement des Bundes in diesem Themenkomplex gefordert wurden.

Am 7. November 2015 findet - anlässlich des Geburtstages der Wissenschaftlerin Marie Curie der erste europäische Radontag statt. Dieser Mottotag wurde von der "European Radon Association" ins Leben gerufen und wird europaweit mit Plakaten in verschiedenen Sprachen beworben.

mfe




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