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Ohne Konzept

Neue Medien werden im Unterricht zu wenig eingesetzt

Der Umsetzung der Digitalisierung des Unterrichts mangelt es laut Umfrage der Bertelsmann Stiftung an Konzepten. (Foto: Knipseline / www.pixelio.de)
Der Umsetzung der Digitalisierung des Unterrichts mangelt es laut Umfrage der Bertelsmann Stiftung an Konzepten. (Foto: Knipseline / www.pixelio.de)
Lehrer und Schulleiter begrüßen zwar grundsätzlich die neuen Technologien – für ihren pädagogisch sinnvollen Einsatz fehlt es jedoch noch immer an Konzepten, Weiterbildung und Infrastruktur. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bertelsmann Stiftung, für die rund 2.000 Schüler, Lehrer und Schulleitungen sowie Experten aus Politik und Verwaltung befragt wurden. (06.10.2017)

Rund 90 Prozent der Schulleiter erwarten, dass Digitalisierung fester Bestandteil der Lehrerausbildung wird, sich der IT-Support professionalisiert und die Lehrer mehr pädagogische Unterstützung im Umgang mit neuen Lernmaterialien erhalten. Dennoch bauen die meisten Lehrer selbst längst etablierte Medien wie YouTube, Wikis und Power Point nur gelegentlich in ihren Unterricht ein. Noch seltener finden neuere Anwendungen wie Lern-Apps, Lernspiele oder Simulationen den Weg in die Schulpraxis.62 Prozent der Schulen verbieten private Endgeräte der Schüler im Unterricht zu verwenden. Demnach fehlt es nicht nur an Geräten und Internet-Anschlüssen, sondern vor allem an Konzepten, wie digitale Medien im Unterricht sinnvoll einzusetzen sind.

Die große Mehrheit der Lehrer und Schulleiter sieht die Chancen des digitalen Wandels stattdessen hauptsächlich darin, administrative Aufgaben besser bewältigen zu können. Ihre Zurückhaltung begründen viele Lehrer mit technischen Rahmenbedingungen. Auch ungeklärte Lizenz- und Datenschutzfragen werden als wesentliche Hürden benannt.

Die befragten Experten in Ministerien, Schulträgern und Verbänden hingegen verorten die größte Baustelle eher in einem konzeptionellen Defizit. “Die politische Digitalisierungsoffensive für die Schulen dürfe nicht bei leistungsstärkerem WLAN und besserer Geräte-Ausstattung stehenbleiben, schlussfolgert Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung. Entscheidend seien vielmehr Haltung und Kompetenzen der Pädagogen.

lkm




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