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Ausbau angekündigt

Bayerns Polizei will noch stärker auf biometrische Gesichtserkennung setzen


In Bayern soll die Landespolizei künftig noch intensiver auf modernste Formen der Videoanalyse und -auswertung zurückgreifen können. Vor allem die biometrische Gesichtserkennung solle ausgebaut werden. Das erklärte Innenminister Joachim Herrmann (CSU). (04.12.2017)

Die Technik, mit der der Freistaat seit 2008 ausgezeichnete Erfahrungen gemacht habe, solle zur intensiveren Täterfahndung verwendet werden. Allein in den ersten zehn Monaten dieses Jahres hätten damit schon 83 Tatverdächtige identifiziert werden können. 2010 seien es erst zehn gewesen. Und der Ressortchef berichtete weiter: "Derzeit arbeiten wir daran, Bild- und Videodaten nach Tatverdächtigen automatisiert auszuwerten."

Bisher noch manuelle Analyse

Im Rahmen eines Pilotversuchs teste die Polizei eine neue Software für automatisierte Recherchen. Denn: Bisher müssten aus dem sichergestellten Bild- und Videomaterial noch manuell Einzelbilder extrahiert und gegebenenfalls digital bearbeitet werden. Zudem stünden die Verantwortlichen des Landeskriminalamtes in engem Kontakt mit Forschungseinrichtungen sowie anderen nationalen und internationalen Polizeibehörden.

Zugriff auf alle Datenbanken gefordert

Um Tatverdächtige jedoch effektiv mithilfe von Foto- und Videoaufnahmen identifizieren zu können, müsse die Polizei auch auf entsprechende Vergleichsbilder in den Datenbanken zugreifen können, betonte Herrmann. "Nur wenn der Täter bereits im Vorfeld von der Polizei erkennungsdienstlich behandelt wurde, können die Aufnahmen bei einer neuen Tat zugeordnet werden."

Umso wichtiger sei es, dass die Ermittlungsbehörden einen umfassenden Zugriff auf alle nationalen und internationalen Datenbanken erhielten, in denen die Vergleichsbilder von Straftätern und illegal nach Deutschland gekommenen Personen gespeichert sind. In diesem Zusammenhang verlangte der CSU-Politiker: "Beispielsweise müssen im Zuge der derzeitigen Überarbeitung der Eurodac-Verordnung die Rahmenbedingungen geschaffen werden, um künftig Bilder etwa von illegal eingereisten Personen oder Asylbewerbern speichern zu können, damit diese später beispielsweise zur Aufklärung von schwerwiegenden Straftaten genutzt werden können."

mfe




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