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Zahlreiche Betroffene

Jeder achte Retter in Nordrhein-Westfalen mit Gewalterfahrung

Fast jeder achte Mitarbeiter von nordrhein-westfälischen Feuerwehren und Rettungsdiensten ist in den letzten zwölf Jahren Opfer physischer Übergriffe geworden. Das geht aus einer Studie der Universität Bochum hervor. (Foto: Tobias Dietz, pixelio.de)
Fast jeder achte Mitarbeiter von nordrhein-westfälischen Feuerwehren und Rettungsdiensten ist in den letzten zwölf Jahren Opfer physischer Übergriffe geworden. Das geht aus einer Studie der Universität Bochum hervor. (Foto: Tobias Dietz, pixelio.de)
In den letzten zwölf Monaten sind im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen rund 13 Prozent aller Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst, und damit jeder achte Angehörige dieser Berufsgruppe, Opfer körperlicher Gewalt geworden. Dies geht aus einer Studie der Ruhr-Universität Bochum hervor. Für die Erhebung wurden 810 Einsatzkräfte befragt. (23.10.2017)

Noch gravierender ist die Situation in Bezug auf verbale Gewalt. Hier gaben sechs von zehn Befragten an, entsprechende Erfahrungen im Einsatz gemacht zu haben. Der Düsseldorfer Innenminister Herbert Reul (CDU) erklärte zu den Resultaten der Studie, die mit Unterstützung seines Hauses, des Düsseldorfer Arbeitsministeriums, der nordrhein-westfälischen Unfallkasse und der komba Gewerkschaft durchgeführt wurde: "Wer sich mit Gewalt gegen diejenigen wendet, die uns in Notsituationen helfen, zeigt ein erschütterndes Maß an Verrohung."

Oft Angriffe am Abend und nachts

Am stärksten betroffen sind der Erhebung zufolge mit rund 85 Prozent übrigens die Mitarbeiter im Rettungseinsatz. Häufig erfolgen die tätlichen Übergriffe dabei während der Diagnosestellung oder der Therapie. Über die Hälfte der Attacken fand zudem in den Abend- und Nachtstunden statt. Sie seien nur selten vorhersehbar und würden in rund 90 Prozent der Fälle von Männer zwischen 20 und 39 Jahren begangen, hieß es. In 73 Prozent der Fälle ging die körperliche Gewalt vom Patienten selbst aus, stellten die Wissenschaftler fest. Eine besondere Häufung von körperlichen Angriffen gab es in Großstädten mit mehr als einer halben Million Einwohnern.

Nordrhein-Westfalens Arbeits- und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (ebenfalls CDU) sagte zu den Ergebnissen der Studie: "Es ist nicht hinnehmbar, dass Helferinnen und Helfer bei einem Notfall Sorge haben müssen, selber angegriffen zu werden." Und die Geschäftsführerin der nordrhein-westfälischen Unfallkasse, Gabriele Pappai, ergänzte: "Die Gewalt kommt ohne Vorwarnung."

mfe




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