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Organisierte Kriminalität schadet legaler Wirtschaft

Täter betätigen sich vermehrt in verbotenen Handelsaktivitäten

Der Rechtswissenschaftler Prof. Arndt Sinn von der Universität Osnabrück kritisiert, dass in Deutschland zu wenig gegen Produkt- und Markenfälschung unternommen werde. Das liege nicht zuletzt auch an einem mangelnden Informationsaustausch, meint der Jurist.
(Foto: BS/Feldmann)
Der Rechtswissenschaftler Prof. Arndt Sinn von der Universität Osnabrück kritisiert, dass in Deutschland zu wenig gegen Produkt- und Markenfälschung unternommen werde. Das liege nicht zuletzt auch an einem mangelnden Informationsaustausch, meint der Jurist. (Foto: BS/Feldmann)
Produktpiraterie und illegaler Handel schwächen die Finanzkraft einer Nation und schädigen den regulären Wirtschaftskreislauf. Hier droht zunehmend Gefahr. Denn: In diesen Deliktsbereichen sind immer öfter Angehörige der Organisierten Kriminalität (OK) aktiv. (16.05.2017)

Das legt eine Studie von Prof. Arndt Sinn, Direktor des Zentrums für Europäische und Internationale Strafrechtsstudien an der Universität Osnabrück nahe. In der Untersuchung, die den Titel "Wirtschaftsmacht Organisierte Kriminalität: Illegale Märkte und illegaler Handel" trägt, konstatiert der Rechtswissenschaftler, dass die öffentliche Wahrnehmung für die Themen Marken- und Produktpiraterie oftmals nur gering ausgeprägt sei. Es gebe nur eine Ausnahme: "Es sei denn, es kommen Personen ums Leben oder es gibt einen hohen finanziellen Schaden", bemängelt Sinn. Dabei meint der Jurist: "Schätzungen der OECD zufolge erwirtschaftet die Organisierte Kriminalität weltweit rund 870 Milliarden US-Dollar im Jahr. Allein die Anzahl der beschlagnahmten, illegalen Waren an den Außengrenzen der Europäischen Union ist seit 1998 um nahezu tausend Prozent gestiegen."

Jeder kocht eigenes Süppchen

Und Sinn übt noch andere Kritik, nämlich an Politik und Behörden. So bemängelt der Rechtswissenschaftler unter anderem eine lasche Strafandrohung für Fälle von Marken- und Produktpiraterie, einen geringen Verfolgungsdruck auf die Täter und ein Kompetenzgerangel und -wirrwarr zwischen unterschiedlichen Strafverfolgungsbehörden.

Sinn meint: "Es fehlt vor allem an Expertise, was zukünftige und auch zum Großteil heute schon bestehende illegale Handelswege angeht." Virtuelle Marktplätze fänden derzeit überhaupt keine Beachtung durch die Behörden, kritisiert er. Und der Jurist bemängelt: "Jeder kocht sein eigenes Süppchen und gesammelte Daten über Personen oder Absatzmärkte illegaler Waren werden nicht gebündelt an die Strafverfolgungsbehörden weitergegeben."

mfe




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