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Zum ersten Mal über 450.000 Alarmierungen

Einsatzzahlen der Berliner Feuerwehren erreichen neuen Rekord

Berlins Landesbranddirektor Wilfried Gräfling (Foto) wies auf die massive Belastung seiner Mitarbeiter durch Rettungsdiensteinsätze hin. (Foto: BS/Dombrowsky)
Berlins Landesbranddirektor Wilfried Gräfling (Foto) wies auf die massive Belastung seiner Mitarbeiter durch Rettungsdiensteinsätze hin. (Foto: BS/Dombrowsky)
Zum ersten Mal in ihrer über 160-jährigen Geschichte hatte die Berliner Feuerwehr 2016 mehr als 450.000 Einsätze zu bewältigen. 82 Prozent aller Alarmierungen entfielen dabei auf den Bereich des Rettungsdienstes. Allein bei den Rettungswagen gab es im vergangenen Jahr - verglichen mit dem Wert aus dem Jahre 2006 - fast 150.000 Einsätze mehr. (14.07.2017)

Und auch im Vergleich zu 2015 war ein deutlicher Anstieg dieser Alarmierungen zu verzeichnen: Die Zahl der entsprechenden Einsätze wuchs um 11.343 auf 374.942 an. Angesichts dieser Zahlen warnte Landesbranddirektor Wilfried Gräfling: "Unsere Einsatzzahlen steigen weiterhin massiv an. Das ist mit den vorhandenen Ressourcen kaum noch zu bewältigen." Und er berichtete: "Der Rettungsdienst belastet uns ganz besonders und bringt die tatsächlichen Steigerungen der Einsatzzahlen mit sich."

Ähnlich äußerte sich Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD): "Nach wie vor ist die Notfallrettung die größte Herausforderung für die Berliner Feuerwehr." Um diese zu bewältigen, brauche es einen Personalaufwuchs, so der Ressortchef. Den werde es voraussichtlich auch geben. Im Entwurf für den Doppelhaushalt 2018/2019, der allerdings noch vom Abgeordnetenhaus verabschiedet werden müsse, seien 348 neue Stellen für die Behörde vorgesehen. Laut Gräfling sollen davon 200 bis 250 Stellen direkt den Feuerwachen zugutekommen, die übrigen seien für den rückwärtigen Dienst vorgesehen.

Schutzziele im Rettungsdienst bei Weitem nicht erreicht

Massive Probleme hat die Berliner Feuerwehr trotz der vorgesehenen neuen Stellen bei der Erfüllung ihrer Schutzziele im Bereich des Rettungsdienstes. Während die entsprechenden Zielvereinbarungen mit der Senatsverwaltung für Inneres bei Brandbekämpfungseinsätzen eingehalten oder sogar übererfüllt werden, stellt sich die Situation bei Rettungsdienstalarmierungen gänzlich anders dar. In der Innenstadt (Schutzzielklasse A) soll eigentlich in 75 Prozent aller Einsätze innerhalb von acht Minuten ein geeignetes Einsatzmittel vor Ort sein. Tatsächlich war dies 2016 allerdings nur in 36,7 Prozent aller Alarmierungen der Fall. Nicht viel besser sieht es in dünnbesiedelten Gebieten (Schutzzielklasse B) aus. Dort sollte eigentlich in der Hälfte aller Fälle innerhalb von acht Minuten ein geeignetes Einsatzmittel vor Ort sein. Der tatsächliche Erreichungsgrad lag im vergangenen Jahr aber nur bei 23,8 Prozent.

mfe




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