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Tiefe Web-Einblicke

Vor der Schießerei in Tuscon, Arizona, Anfang des Jahres, bei der sechs Menschen getötet und u.a. eine US-Kongressabgeordnete schwer verletzt wurden, gab es Hinweise im Netz, die die Ermittlungsbehörden auf die Fährte des 22-jährigen Täters im Vorfeld hätten führen können. Dies erläuterte John Gill, Vizepräsident der IT-Firma 3iMind. "Ob die Kenntnis den Amoklauf hätte verhindern können, kann man natürlich nicht mehr sagen", so Gill, der früher u.a. Chief Security Officer im Weißen Haus war. (15.02.2011)

John Gille
"Das Internet ist das Spielfeld für die Kriminalität im 21. Jahrhundert"

(Foto: BS/Dombrowsky)

Gill stellte die Überwachungs-Lösung "Osint" vor, die u.a. Soziale Netzwerke, das frei verfügbare Internet aber auch Geheimdienstinformationen durchsucht. Osint könnte "Trends, Schablonen, Motivationen, Wörter" finden, die bei der Kriminalitäts- und Terroristenbekämpfung helfen können. "Das Internet ist das Spielfeld für die Kriminalität im 21. Jahrhundert", erläuterte Gill. Es müsse gelingen, dass die Ermittlungsbehörden den Kriminellen voraus sind. Viele Informationen stünden offen zur Verfügung, aber "es ist schier unmöglich das zu überschauen". Osint durchsuche über 230 Millionen Webseiten und alle sozialen Netzwerke wie Twitter und Facebook. Anders als offene Suchmaschinen, scannt Osint hierbei vor allem auch das "tiefe Web", also Chatroom, Foren und auch Passwortgeschützte Bereiche. Die Software verstehe auch semantische Unterschiede, so könne Osint erkennen, ob in einem Forum von dem Auto "C4" oder dem Sprengstoff die Rede ist. Die Ergebnisse werden als Diagramme oder strukturierte Informationen ausgegeben – dies helfe den Ermittlern bessere Schlussfolgerungen zu ziehen, so Gill.

 

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