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Diversifiziert, global, digital

"Die organisierte Kriminalität hat sich diversifiziert und globalisiert", sagt Jakub Boratynski, Abteilungsleiter "Bekämpfung Organisierter Kriminalität" aus der Generaldirektion Inneres der Europäischen Kommission. Es sei ein ziemlich rationales Geschäft, so Boratynski auf dem Europäischen Polizeikongress in Berlin. (15.02.2011)

?Die organisierte Kriminalität hat sich diversifiziert und globalisiert?
"Die organisierte Kriminalität hat sich diversifiziert und globalisiert"

(Foto: BS/Dombrowsky)

„Die organisierte Kriminalität hat sich diversifiziert und globalisiert“, sagt Jakub Boratynski, Abteilungsleiter „Bekämpfung Organisierter Kriminalität“ aus der Generaldirektion Inneres der Europäischen Kommission. Es sei ein ziemlich rationales Geschäft, so Boratynski weiter. So würden die klassischen „Geschäfte“, wie z.B. der Handel mit Drogen, zunehmend Konkurrenz bekommen von Schmuggel, mit Menschen wie mit Waren, und anderen Kriminalitätsformen wie Cyber Crime. Hier locken enorme Gewinne mit im Vergleich zu Drogenhandel geringem Risiko. Allein beim Menschenhandel werden die Einnahmen weltweit auf 65 Milliarden Euro geschätzt, das ist ein halbes Prozent des europäischen BIP. 2,5 Millionen Menschen werden pro Jahr weltweit Opfer von Menschenschmuggel, so Boratynski. Daher habe die EU Ende 2010 eine neue Richtlinie zur wirksameren Bekämpfung des Menschenhandels verabschiedet. Teil der neuen Richtlinie sie u.a. ein verbesserter Opferschutz. Dazu gehört z.B. Straffreiheit für Straftaten zu denen die Opfer gezwungen wurden, wie z.B. Prostitution. Darüber hinaus wurde eine EU-Koordinatorin für die Bekämpfung des Menschenhandels ernannt.

Boratynski wandte sich auch Cyber Crime als wachsende Kriminalitätsform zu. Er bedauerte, dass die Diskussion um das Sperren von Webseiten mit kinderpornographischen Inhalten in Deutschland „stark politisiert“ geführt wird. „Wir glauben fest daran, dass wir alle verfügbaren Instrumente anwenden müssen, um diese Verbrechen zu bekämpfen“, so der Abteilungsleiter. Daher sollten die Maßnahmen auch durch eine Blockierung von Internetseiten ergänzt werden. „Es ist ein zusätzliches Instrument. Es ist eine Ausnahme, wir beabsichtigen nicht andere Inhalte zu sperren.“

Weiterhin will die EU-Kommission ihre Kapazitäten zur Bekämpfung von Cyberkriminalität stärken. Dazu plane die EU ein Anti-Cybercrime-Zentrum zu gründen. Sie sei von den Mitgliedsstaaten  beauftragt worden, Durchführbarkeitsstudien zu erarbeiten, die klären sollen, welche Aufgaben die neue Behörde wahrnehmen soll. Außerdem soll eine europäische Cybercrime „alert platform“ gebildet werden und ein jährlicher Cybercrime-Report erstellt werden.

Zu diesen Themen spricht am morgigen Kongresstag auch die zuständige Kommissarin für Inneres, Cecilia Malmström.

 

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