http://www.behoerden-spiegel.de
Anzeige 
 

Wie kann Cyber-Angriffen entgegengesteuert werden?

Bemühungen und erste Meilensteine des Miteinanders im Cyberraum

Tim Maurer, Co-Direktor der Cyberpolitik Initiative von Carnegie, sowie Dr. Stefan Heumann, Mitglied des Vorstandes der Stiftung Neue Verantwortung, sprechen über Cyber-Angriffe. Wie können diese durch rechtliche Rahmenbedingungen gemildert und vielleicht sogar ganz verhindert werden (v.l.n.r.)? (BS/Bednarski)
Tim Maurer, Co-Direktor der Cyberpolitik Initiative von Carnegie, sowie Dr. Stefan Heumann, Mitglied des Vorstandes der Stiftung Neue Verantwortung, sprechen über Cyber-Angriffe. Wie können diese durch rechtliche Rahmenbedingungen gemildert und vielleicht sogar ganz verhindert werden (v.l.n.r.)? (BS/Bednarski)
2010 existierten sechs bis sieben Staaten, die das Angriffspotenzial des weltweiten Cyberraums nutzen konnten. 2017 sind dies nun bereits 30, die offensive Möglichkeiten verfolgen würden. Gleichzeitig würden die Vereinten Nationen dem entgegensteuern, indem sie daran arbeiten, Regeln zu verfassen, die Staaten durch den Cyberraum leiten und Cyber-Angriffe reduzieren bzw. kontrollieren. Aber die Einigung auf solche Regeln gestaltet sich schwierig. (15.12.2017)

Große Cyber-Angriffe wie WannaCry sind es, die Staaten und Menschen gleichermaßen in die Bredouille bringen. Aber bereits vor solchen Angriffen hätten die Vereinten Nationen daran gearbeitet, um ethnische Rahmenbedingungen für den Cyberraum sowie für Cyber-Angriffe aufzustellen. "2013 war ein solcher Meilenstein, als dafür gestimmt wurde, dass das Völkerrecht im Cyberraum gilt", sagt Tim Maurer, Co-Direktor der Cyberpolitik Initiative.

Er arbeitet beim globalem Forschungsnetzwerk Carnegie Endowment for International Peace. Zwei Jahre später sei der nächste Meilenstein erreicht worden: Es wurde der Bericht der Staatgemeinschaft verabschiedet, der Normenabsichtserklärungen umfasste. Dies bedeutet, dass zum Beispiel in Friedenszeiten keine kritischen Infrastrukturen (KRITIS) angegriffen werden dürften.

Finanzsektor als Brückenbauer?

Jedoch sei der weiterführende Prozess zum Stillstand gekommen, weil sich nicht auf die Konkretisierungen bezüglich des Völkerrechts geeinigt werden konnte. Dabei ginge es um Antworten auf die Fragen, inwieweit die Selbstverteidigung der Personen sowie Staaten ebenfalls im Cyberraum gelte. Inwiefern der Ausbau des rechtlichen Rahmens in der virtuellen Welt die nächsten Erfolge erziele, sei schwer vorhersagbar. Aber, äußerte sich Maurer auf einer Veranstaltung der Stiftung Neue Verantwortung, könnten trotzdem schnelle Erfolge über den Finanzsektor erzielt werden. Finanzstabilität und Wirtschaftswachstum sei allen Staaten gleichermaßen wichtig, da sie eine zufriedene Bevölkerung bedingen. Diesen Sektor besonders zu schützen und gemeinsam zu kooperieren, könnte eine Verhandlungsbrücke bilden. Das vielfach der Wille der Staaten entscheide, machte er an dem Beispiel der Wirtschaftsspionage deutlich. Nachdem der damalige amerikanische Präsident Barack Obama und Chinas Staatschef Xi Jinping sich darüber ausgetauscht haben, seien solche Vorfälle in den Vereinigten Staaten gesunken.

ab




- Anzeigen -
Werbung
Advertisement  
 
Partner
Partner

Logo der ICT AG