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Ausbildung bei Stadt und städtischen Unternehmen

Berlin: Ein Viertel mit Migrationshintergrund / Senatorin: Zwiespältiges Ergebnis

Im vergangenen Jahr hatten 547 der 2.186 neu eingestellten Auszubildenden beim Land Berlin und damit 25,1 Prozent einen Migrationshintergrund. Das seien so viele wie nie zuvor, sagte die Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, Elke Breitenbach heute in Berlin. Die Bilanz der Interkulturellen Öffnung fällt aus ihrer Sicht trotzdem zwiespältig aus. (17.06.2017)

"Diese erneute Steigerung ist Ausdruck der konsequenten Integrationspolitik Berlins und seiner Initiative "Berlin braucht dich!"", erklärte Breitenbach. Allerdings sei das große positive Bild durch die stagnierende oder rückläufige Entwicklung bei einigen Behörden und Landesbetrieben getrübt.  Der starke Anstieg wird vor allem durch die Polizei und den Krankenhausbetreiber Vivantes und deren besonders hohe Anzahl neu eingestellter Auszubildender getragen.

Verwaltung: Polizei öffnet sich am stärksten

Das Berufliche Qualifizierungsnetzwerk für Migrantinnen und Migranten(BQN) kommt in seiner Befragung darauf, dass im reinen Öffentlichen Dienst in den Verwaltungen 1.354 Auszubildende neu eingestellt, von denen 23 Prozent einen Migrationshintergrund hatten (2015: 19,5 Prozent). Neben der Polizei Berlin, die 32,1 Prozent erreichte (2015: 26,8 Prozent), überschritten auch die Bezirksämter Friedrichshain-Kreuzberg sowie Neukölln und Tempelhof-Schöneberg ebenfalls die ursprünglich vom Senat anvisierte Zielmarke von 25 Prozent. Andere Bezirksämter fielen demgegenüber zurück, heißt es.

Vivantes bei den Landesbetrieben vorne

Bei den Betrieben mit Landesbeteiligung wurden insgesamt 832 Auszubildende neu eingestellt, davon 28,5 Prozent mit Migrationshintergrund (2015: 24,2 Prozent). Hier entfielen 80 Prozent der Neueinstellungen auf die fünf größten Betriebe: Vivantes (273), die Berliner Verkehrsbetriebe (148), Charité Gesundheitsakademie (112), Berliner Stadtreinigung (74) sowie die Berliner Wasserbetriebe (72). Mit Ausnahme von Vivantes ist bei den großen Betrieben mit Landesbeteiligung aber eine stagnierende Entwicklung beim Anteil der Auszubildenden mit Migrationshintergrund zu beobachten: Sie kamen auf Werte zwischen 12,5 und 17,6 Prozent.

Einen deutlichen Anstieg der Zahlen erhofft sich Berlins Beauftragter für Integration und Migration Andreas Germershausen für 2017. Durch das mit den Betrieben begonnene Pilotvorhaben "Erprobung neuer Zugänge in die Ausbildung"  soll jungen Menschen der Einstieg in die Ausbildung durch Vereinbarungen mit Betrieben ermöglichen. Dazu werden diese durch Praktika gefördert, was die Ergebnisse der bisherigen betrieblichen Auswahlverfahren weit übertreffen soll.

Interkulturelle Öffnung durch gezielte Personalpolitik

Ziel sei es, die wachsende Vielfalt in der Bevölkerung auch in der Ausbildung beim Land Berlin widerzuspiegeln. Eine schwierige Herausforderung, die aber bewältigt werden könne, sagte Senatorin Breitenbach. "Berlin verfügt als Arbeitgeber über die Möglichkeit, die eigene Verwaltung und die Betriebe mit Landesbeteiligung durch gezielte Personalpolitik interkulturell zu öffnen und mit gutem Beispiel voran zu gehen."

Das BQN Berlin erhebt seit 2006 erhebt jährlich den Anteil der neu eingestellten Auszubildenden mit Migrationshintergrund im Öffentlichen Dienst, und seit 2010 auch bei den Betrieben mit Landesbeteiligung. Der Verein zielt darauf, Vielfalt und Chancengleichheit als Querschnittsaufgabe in den Fokus zu rücken – insbesondere im Bereich der beruflichen Integration.

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Anteil der Auszubildenden mit Migrationshintergrund im Öffentlichen Dienst (ÖD) und in den Betrieben mit Landesbeteiligung (LB). (Quelle: BQN Berlin 2017)

Anteil der Auszubildenden mit Migrationshintergrund im Öffentlichen Dienst (ÖD) und in den Betrieben mit Landesbeteiligung (LB). (Quelle: BQN Berlin 2017)




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