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Europäische Arzneimittelagentur bald in Bonn?

Bundesrepublik Deutschland bewirbt sich mit Konzept "Closer to Europe"

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (2. v. l) und NRW-Finanzminister Lutz Lienenkämper (links) stellten Wolfgang Clement als EMA-Sonderbeauftragten gemeinsam mit Bonns Stadtdirektor Wolfgang Fuchs vor. (Foto: Monika Hörig/Bundesstadt Bonn)
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (2. v. l) und NRW-Finanzminister Lutz Lienenkämper (links) stellten Wolfgang Clement als EMA-Sonderbeauftragten gemeinsam mit Bonns Stadtdirektor Wolfgang Fuchs vor. (Foto: Monika Hörig/Bundesstadt Bonn)
Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) soll nach Bonn kommen. Die Bundesregierung verspricht sich im Bewerbungsprozess gute Chancen, den Sitz der internationalen Pharma-Agentur von London in die Bundesstadt zu holen. (09.08.2017)

Die EMA hat seit 1995 die Aufgabe, Human- und Tierarzneimittel innerhalb der EU zu überwachen. Sie bestimmt über die Zulassung der Arzneiprodukte und wird als Wächter der Arzneimittelsicherheit bezeichnet. Bislang war ihr Sitz an der Themse, doch mit dem Brexit wird sie die Insel verlassen. Der Europäische Rat will im November über den neuen Standort entscheiden.

Clement soll für Bonn werben

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe stellte die Bewerbung gemeinsam mit NRW-Finanzminister Lutz Lienenkämper und Stadtdirektor Wolfgang Fuchs in Bonn vor. Als Sonderbeauftragter konnte für diese Mission der frühere Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens und Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit a.D., Wolfgang Clement, mobilisiert werden. Gröhe sieht in Clement einen erfahrenen Mann und in Bonn den geeigneten Platz für die Europäische Arzneimittelagentur: "Clement verbindet großes politisches Ansehen im In-und Ausland mit hohem wirtschaftspolitischen Sachverstand und der Liebe zu seiner Heimatregion am Rhein." Mit dem Bewerbungsprofil "Closer to Europe" sei Bonn eine erste Adresse, verfüge die Bundesstadt doch mit ihren Universitäten und Forschungseinrichtungen über ein ideales Umfeld für die EMA.

Wissenschaftsstandort mit Zentralität

Bonn wurde als exponierter Gesundheits-und Pharmastandort herausgestellt. In dem umfangreichen Bewerbungsmanuskript der Bundesregierung wird vor allem auf die ideale Lage der Bundesstadt in der Nähe von drei internationalen Airports und einer guten Straßen- und Schienenanbindung verwiesen. Ferner ist die unmittelbare Präsenz des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), welches die EMA bei der Arzneimittelzulassung unterstützt, ein Vorteil, mit dem man in Brüssel punkten möchte.

Im internationalen Reigen der 18 Mitbewerber trifft Bonn auf Städte wie Amsterdam, Mailand, Lille, Bratislava, Brüssel und Kopenhagen. Allerdings steht die Entscheidung noch unter einem Fragezeichen, da sich Deutschland mit Frankfurt um den Sitz der Europäischen Banken Aufsicht (EBA) bewirbt, die auch in London ansässig ist. Sollte Frankfurt den Zuschlag bekommen, sinken die Chancen für Bonn. Denn beide EU-Institutionen von London in deutsche Städte zu verlegen, dürfte im Europäischen Rat sicherlich nicht konsensfähig sein.

har




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