Bürgermeisterkongress: Im Krisenfall Herr der Lage bleiben

0
1534

Die Herausforderungen an den Bevölkerungsschutz sind in den vergangenen Jahren immer weiter gewachsen. Der Klimawandel führt zu mehr Naturkatastrophen, in Konzerthallen müssen Menschen unter Beschuss gerettet werden, und noch immer liegen überall in Deutschland Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg. Aus diesem Grund wurde auf dem 11. Bürgermeisterkongress des Behörden Spiegel unter dem Titel “Risiken und Katastrophen in Deutschland” von Entscheidungsträgern bundesweiter Kommunen diskutiert, was nicht nur vor, sondern auch während einer Großschadenslage getan werden kann, um eine sinnvolle Moderation der Diskussion und Kommunikation zur Lage zu gewährleisten.

Ein Beispiel für eine solche Krisenlage war eine Bombenentschärfung im vergangenen Jahr in der Innenstadt von Frankfurt am Main. Da die Stadt zeitgleich mit den Medien in Kenntnis gesetzt wurde, war das kommunale Kommunikationsteam um Markus Röck von der Feuerwehr gezwungen, “innerhalb von 30 bis 60 Minuten die Evakuierung von etwa 70.000 Menschen zu kommunizieren und ab diesem Zeitpunkt ständig die Führung über die öffentliche Meinung aufrecht zu erhalten.”

Zwar sei eine komplette Beherrschung des öffentlichen Diskurses realistisch nicht umsetzbar, eine Moderation sei aber möglich – und wichtig. Dabei gilt es laut dem Frankfurter Feuerwehrmann, traditionelle Kommunikationswege mit digitalen Möglichkeiten zu kombinieren: “Die Aussagen im Internet und an den Hotlines müssen synchron abgestimmt und überall gleich sein. Soziale Medien wie Twitter sind dabei vor allem wichtig, da alle Medien diese Kanäle ständig checken und dort somit alle Infos zeitgleich bekommen und diese als Streuknoten in die Bevölkerung tragen.” Für jene Kommunen, die sich Unterstützung für die Erstellung eines solchen Konzeptes wünschen, stellt die hauseigene Akademie des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) Seminare bereit, um kommunale Mitarbeiter zu schulen. Dabei wird laut BKK-Präsident Christoph Unger ein besonderer Fokus darauf gelegt, “wie man Soziale Medien im Krisenfall richtig einsetzen kann, wie man die Medien richtig mit ins Boot holt, und wie man die neuen, digitalen Dienste mit den traditionellen Service-Hotlines sinnvoll vernetzen kann.”

Auch KZV vorgestellt

Auf dem Kongress in Bad Neuenahr-Ahrweiler wurde zudem die Medienarbeit zum G20-Gipfel durch Timo Zill, Pressesprecher der Hamburger Polizei. BBK-Präsident Unger hielt darüber hinaus einen Vortrag zur “Konzeption Zivile Verteidigung” (KZV). Darüber hinaus wurde durch Hermann-Josef Borjans, Sprecher für Kriminalprävention und Opferschutz beim Bund Deutscher