Studie: Perzeption von Wehrtechnik

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“Sicherheit ist den Menschen ein hohes Gut.” Dieser Befund ist nachzulesen im Forschungsbericht “Perzeption von Wehrtechnik und Rüstung in der Bundesrepublik Deutschland” der Universität der Bundeswehr in München. Durchgeführt hat die Studie Dr. Franz Beitzinger, Vertretungsprofessor für Unternehmenskommunikation. Gerade die “Landesverteidigung ist den Menschen sehr wichtig und sie sehen insbesondere die politische Ebene in der Pflicht, (den aktuellen Ausrüstungsmängeln der Bundeswehr) entgegenzuwirken.”

In dem Forschungsbericht steht aber auch: “Faszination für Wehrtechnik hat (…) ein schlechtes Image. So wird in einem hohen Maße eine solche Faszination auch mit Kriegsbegeisterung und Kriegsverherrlichung assoziiert.”

Noch schlechter sei das Image von Waffenausfuhren. “Die Bevölkerung bewertet Rüstungsexporte sehr kritisch, weil eine Verschlechterung der Sicherheitslage in Deutschland als Nebenfolge von Rüstungsexporten in bestimmte Regionen befürchtet wird.” Neben solch rationalen Argumenten dürften auch emotionale zum Tragen kommen, da Waffenlieferungen an autoritäre oder totalitäre Staaten als moralisch verwerflich angesehen werden.

Allerdings sehe die Verteidigungswirtschaft, das habe die Studie gezeigt, ihre eigene Lage kritischer als sie sich eigentlich darstelle. Empfohlene Konsequenz: Es gelte, “über das Thema Rüstungshandel, Rüstungsexporte aufzuklären”. Außerdem sei “den herrschenden moralischen Vorurteilen entgegenzuwirken”, so der Sozialwissenschaftler Beitzinger.

Beauftragt hatte die Studie die Deutsche Gesellschaft für Wehrtechnik e.V. (DWT). Deren Mitglieds- und Partnerunternehmen waren dafür ebenso befragt worden wie ein repräsentativer Querschnitt der Wohnbevölkerung in Deutschland. Als Vorstudie waren qualitative Experteninterviews geführt worden.