500 Millionen Tote pro Jahr: Vernachlässigte Tropenkrankheiten großes Problem in Entwicklungsländern

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Ob Flussblindheit, Lepra, das Dengue-Fieber oder die Schlafkrankheit: Jährlich sterben an vernachlässigten Tropenkrankheiten weltweit eine halbe Milliarde Menschen. Mehr als eine Milliarde auf dem gesamten Globus leiden an ihnen. Bekannt sind über 30 entsprechende Erkrankungen, auf einer Liste der Weltgesundheitsorganisation finden sich seit vergangenem Jahr 20 Krankheiten.

Ausgelöst werden die Erkrankungen, zu denen etwa auch Lepra, die ägyptische Körnerkrankheit, Krätze und Tollwut gehören, vor allem durch Parasiten. Des Weiteren sind vernachlässigte Tropenkrankheiten, die aufgrund zunehmender Reiseaktivitäten und wegen Migrationsströmen nach Europa auch hier ein Thema sind, dadurch gekennzeichnet, dass sie insbesondere in Entwicklungsländern auftreten und dort vor allem ärmere Menschen betroffen sind.

DRUID soll Forschung voranbringen

Darauf machte Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen) im Rahmen der Vorstellung des neuen Forschungszentrums DRUID (“Novel Drug Targets against Poverty-Related and Neglected Tropical Infectious Diseases”) aufmerksam. Das Zentrum, an dem unter anderem Wissenschaftler des Paul-Ehrlich-Instituts sowie der Universitäten Gießen, Frankfurt am Main und Marburg beteiligt sind, solle der Wirkstoffentwicklung zur Bekämpfung der vernachlässigten Tropenkrankheiten einen Schub geben und die entsprechende Forschung voranbringen, so der Wiesbadener Ressortchef.

Zudem unterstrich al-Wazir: “Wir müssen jenen helfen, die unter schlechten Bedingungen leben müssen.” Im Kampf gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten seien neue Medikamente gleichwohl nicht die einzige Lösung. Vielmehr komme es auch darauf an, Hygiene- und Aufklärungskampagnen durchzuführen. Nur, wenn ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt werde, könne es schlussendlich gelingen, vernachlässigte Tropenkrankheiten auszurotten, zeigte sich al-Wazir überzeugt. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten jedoch verschiedene Akteure, darunter Universitäten und die Pharmaindustrie zusammenarbeiten, verlangte Prof. Jochen Maas, Leiter der Werkstatt “Wissenschaft und Forschung” der “Initiative Gesundheitsindustrie Hessen”.