DRK will Bevorratungslager schaffen

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Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) plädiert für die Errichtung von zehn Materiallagern im gesamten Bundesgebiet. Darin könnten, auch wenn die exakten Standorte noch nicht feststehen, im Rahmen der Bundesvorhaltung Betten, Zelte und Medikamente aufbewahrt werden. Das sieht der Entwurf eines Konzeptes zum nationalen Krisenmanagement vor, der von den anerkannten Hilfsorganisationen entwickelt wurde. Die Federführung oblag dem DRK.

Betreut werden sollen die Lager von den Hilfsorganisationen selbst. Sie würden dann auch dafür sorgen, dass die vorgehaltenen Materialien ständig abrufbar und in einem einwandfreien Zustand sind. Reichen sollen die Vorräte jeweils für 5.000 Personen. Die Gesamtkosten werden auf anfänglich 109 Millionen Euro geschätzt. Der Entwurf liegt nun dem Bundesinnenministerium (BMI) vor. DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt erklärte dazu: “Die Bundesvorhaltung ist notwendig.”

Des Weiteren berichtete sie, dass die Zahl der ehrenamtlichen Helfer im DRK 2017 im Vergleich zum Vorjahr um rund 11.000 auf 425.800 zugenommen habe. “Das ist der höchste Stand seit mehr als 15 Jahren. Die Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren, ist in der Bevölkerung sehr groß.” Diese Entwicklung sei in Teilen auf die Flüchtlingskrise in den Jahren 2015 und 2016 zurückzuführen. Personen, die sich damals gemeldet hätten, um temporär Flüchtlinge in den Notunterkünften zu betreuen, seien inzwischen als feste ehrenamtliche DRK-Helfer tätig.

Mehr Stellen einrichten

Zugleich verlangte die DRK-Präsidentin eine noch intensivere Förderung ehrenamtlichen Engagements sowie eine Erhöhung der Zahl der Stellen für das Freiwillige Soziale Jahr und den Bundesfreiwilligendienst durch die Bundesregierung. In Bezug auf ihre Organisation erklärte Hasselfeldt: “Bei uns übersteigt die Nachfrage von Bewerbern unsere Angebote um mehr als das Doppelte.” Darüber hinaus sprach sich die ehemalige Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag dafür aus, DRK-Helfer auf sozialer Ebene mit Feuerwehrleuten und Angehörigen der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) gleichzustellen. Dabei gehe es unter anderem um Freistellungen während Einsätzen bei Katastrophenlagen.

Der DRK-Generalsekretär Christian Reuter schließlich berichtete, dass der Bundesverband im vergangenen Jahr ein wirtschaftlich rückläufiges Ergebnis erzielte. Insgesamt seien aber steigende Spendeneinnahmen in Höhe von rund 36 Millionen Euro erzielt worden. Ein Plus von etwa einer Million Euro gegenüber 2016. Reuter war sich mit Hasselfeldt einig als er unterstrich: “Wir müssen wieder in die Bundesvorhaltung investieren.”