Cyber-Angriffe treffen vor allem Fertigungsindustrie

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Über ein Drittel der Cyber-Angriffe in Deutschland richten sich gegen die Fertigungsindustrie. Dahinter folgen der Finanzsektor (29 Prozent) und der Technologiesektor (28 Prozent). Das unterscheidet Deutschland von anderen Ländern.

Weltweit sind die drei am stärksten betroffenen Branchen der Finanzsektor an erster Stelle, gefolgt von Technologiesektor und Business und Professional Services auf dem dritten Platz. Das ist Ergebnis des Global Threat Intelligence Report 2018 von NTT Security. Grundlage des Berichts sind unter anderem Daten aus über 150 Millionen Angriffen bei über 10.000 Kunden der NTT Group.

Die Angriffe auf die drei meist betroffenen Industriesektoren in Deutschland kommen dem Bericht zufolge zu einem großen Teil aus den USA und China. Bei Angriffen auf die Fertigungsindustrie stammen sogar über die Hälfte der Angriffe (55 Prozent) aus China, gefolgt den USA mit 11 Prozent. Beim Finanz- und Technologiesektor führen dagegen die USA die Liste mit jeweils weniger als einem Drittel der Angriffe an – China folgt mit 11 bzw. 15 Prozent.

Produzierender Mittelstand im Fokus

“Dass Cyber-Angriffe in Deutschland vielfach auf den Manufacturing-Bereich wie Maschinen- und Anlagenbau abzielen, ist eigentlich keine Überraschung”, erklärt Kai Grunwitz, Senior Vice President EMEA bei NTT Security. “In diesem Sektor ist Deutschland traditionell sehr breit aufgestellt und nimmt zudem unter technologischen Gesichtspunkten vielfach eine weltweit führende Rolle ein. Gerade für die Industriespionage ist dieser Bereich somit ein lukratives Ziel von Cyber-Angreifern.” Problematisch ist, dass in Deutschland gerade auch im produzierende Gewerbe mittelständische Unternehmen dominieren, die von Angreifern als leichtes Ziel betrachtet werden. “Leider oft zu Recht, da es ihnen schlicht und ergreifend an Manpower für die Aufrechterhaltung einer hohen IT-Sicherheit mangelt”, so Grunwitz.