ABC-Abwehr in Jordanien

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Dass Soldaten der Bundeswehr aus dem Bereich ABC-Abwehr auch beim Auslandseinsatz in Jordanien unterstützen, ist weitestgehend unbekannt. Überraschen kann das eigentlich nicht, blickt man auf die kriegerischen Ereignisse im nördlichen Nachbarland Syrien – einschließlich des wahrscheinlichen Einsatzes von chemischen Kampfstoffen dort. Ein deutscher Offizier vom ABC-Abwehrbataillon 7 im nordrhein-westfälischen Höxter ist auf dem Luftwaffenstützpunkt Muwaffaq Salti bei Al-Asrak im Norden des Haschemitischen Königreichs stationiert.

Dort kümmert er sich hauptsächlich um die militärische Sicherheit am Standort. Das umfasst eine ganze Palette: die Analyse des Bedrohungs- und Gefahrenpotenzials, den Strahlenschutz sowie die mögliche ABC-Auswertung, falls der Verdacht besteht, dass gefährliche Stoffe ausgebracht wurden.

Sollte es den Verdacht geben, dass in unmittelbarer Nähe des Luftwaffenstützpunktes beispielsweise ein Kampfstoff ausgebracht wurde, sind die ABC-Spezialisten ebenfalls gefragt. Sie verfügen über technische Möglichkeiten einer ersten Auswertung. Dabei werden Berechnungen hinsichtlich einer räumlichen Ausbreitung und Intensität angestellt.

Die Bundesregierung hatte im Juni des vergangenen Jahres nach politischen Spannungen mit der Regierung in Ankara beschlossen, das deutsche Einsatzkontingent aus dem südanatolischen Incirlik abzuziehen und nach Jordanien zu verlegen. Zwei deutsche “Tornados” zur Luftaufklärung sind bereits im vergangenen Oktober zu ihrem ersten Einsatzflug aus dem jordanischen Al-Asrak im Rahmen der Mission “Counter Daesh” gestartet. Ein Tankflugzeug vom Typ Airbus A310 “Multi Role Transport Tanker” (MRTT) befindet sich ebenfalls am jordanischen Standort und führt den Einsatzflugbetrieb durch.