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Start Digitales Smart Home-Systeme mangelhaft bei Datenschutz und IT-Sicherheit

Smart Home-Systeme mangelhaft bei Datenschutz und IT-Sicherheit

Anwendungen für den Heimeinsatz wie mobil steuerbare Beleuchtungssysteme, Kamerasysteme oder Sprachassistenten setzen die gesetzlichen Datenschutzvorgaben häufig nicht ausreichend um. Mängel gibt es bei Datenschutzerklärungen, intransparenten Datenzugriffen sowie bei der IT-Sicherheit. Das ist Ergebnis einer Studie, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung in Auftrag gegeben hat.

In einem gemeinsamen Projekt haben mehrere deutsche Hochschulen und Forschungseinrichtungen 22 Smart-Home-Anwendungen verschiedener namhafter Hersteller untersucht. Dabei habe sich gezeigt, dass der Datenschutz nicht ausreichend umgesetzt wurde. So fehle oftmals die Datenschutzerklärung oder sie sei nicht zugänglich genug. Teilweise seien die Texte übermäßig lang und schwer lesbar, in manchen Fällen seien die Dokumente nicht auf Deutsch erhältlich. Bei App-gesteuerten smarten Produkten stellten die Forscher technische Zugriffe auf das Smartphone des Nutzers fest, deren Notwendigkeit für den Einsatzzweck zweifelhaft sei.

Datensammlung und -Analyse erfolge bei vielen Systemen zwar noch nicht im gleichen Umfang wie bei anderen Apps und Online-Diensten. Gerade bei Sprachassistenten und Smart-TVs werde die Erstellung von Nutzer-Profilen aber zunehmend tiefgreifende Rückschlüsse auf Lebensgewohnheiten erlauben.

Der Markt würde derzeit insbesondere darin versagen, so das Urteil der Studie, verhältnismäßig vertrauenswürdige Smart-Home-Anwendungen anzubieten. Cyber-Kriminelle könnten viele davon einfach und massenhaft kompromittieren. Bei einer Einbindung in Botnetze würde sich auch eine Gefahr für Dritte ergeben.

Die Autoren fordern mit Blick auf die schärferen Sanktionsmechanismen aus der Datenschutzgrundverordnung eine konsequente Rechtsdurchsetzung durch Behörden und Verbraucherorganisationen bei gesetzwidrigen Datenschutzpraktiken. Außerdem seien Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen Hersteller Anreize erhalten, Best Practices bei Datenschutz und IT-Sicherheit zu befolgen. Standards, Sicherheitssiegel und Produkthaftung seien notwendige Bausteine, aber allein nicht hinreichend für die Stärkung der IT-Sicherheit. Auch der selbstbestimmte und informierte Umgang der Verbraucher mit ihren Daten sei zu stärken. Insgesamt brauche es eine gerechtere Verteilung von Rechten und Pflichten zwischen Herstellern, Betreibern und Nutzern, so die Studie, die unter folgendem Link abrufbar ist.

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