Den Menschen bei der Verkehrsplanung wieder in den Fokus rücken

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Die meisten Städte und Dörfer in Deutschland wurden in der Nachkriegszeit mehr oder minder vollständig auf den Individualverkehr mit dem Auto zugeschnitten. Historische Straßen wurden begradigt und verbreitert und es wurden überall Parkplätze gebaut, wo es irgendwie machbar war. Im Zuge neuer Mobilitätskonzepte und Prioritäten in der Städteplanung gibt es dementsprechend viel Arbeit mit den Altlasten aus Zeiten des Autobooms in Deutschland.

Um den Menschen wieder in den Mittelpunkt zu stellen, werden in vielen Orten daher Straßen wieder verengt und auf ihre historisch gewachsene Linie gebracht, um so durch eine bauliche Immanenz den Verkehr zu entschleunigen, mehr Platz für die Bürger zu schaffen und gleichzeitig für mehr Sicherheit zu sorgen. Dazu kommen technische Neuheiten, mit denen der Verkehr an gefährlichen Stellen smart überwacht werden kann. Dies sei wichtig, denn “sicheres Fahren ist nur durch eine bewusste Überwachungslage möglich”, erklärte Prof. Dr. André Bresges, Geschäftsführender Direktor am Institut für Physikdidaktik an der Uni Köln, auf dem Fachkongress Kommunale Verkehrssicherheit Anfang der Woche in Bonn.

Der Mensch wechsle beim Fahren von einem reflektierten zu einem affektgesteuerten psychologischen Zustand, daher sei es wichtig, Regeln konsequent zu überwachen. In der Öffentlichkeitsarbeit sollte dem Bürger dabei ebenfalls ganz klar gezeigt werden, dass es bei Blitzeraktionen oder beim Aufstellen neuer Anlagen um den Schutz von Menschenleben geht und nicht um Profit: “Man muss klar zeigen, dass niemand etwas zu befürchten hat, der sich an die Regeln hält. Dazu gibt es ja auch noch Toleranzbereiche, in denen man ebenfalls nichts bezahlen muss. Von Abzocke kann daher keine Rede sein”, erklärte Dr. Detlev Lipphard, Referatsleiter Straßenverkehrstechnik beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR).

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