Taser im Einsatz: Positives Fazit

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Der einjährige Pilotversuch mit Distanzelektroimpulsgeräten (DEIG) in der Polizeiinspektion Trier hat eine erfolgreiche Evaluation erfahren. Es wurde sogar entschieden, das Projekt, das eigentlich im März beendet werden sollte, bis zur politischen Entscheidungsfindung über die Einführung des neuen Einsatzmittels Taser in Rheinland-Pfalz fortzusetzen und in den erweiterten Pilotbetrieb überzugehen.

Die Mitglieder der Landesarbeitsgruppe “DEIG” halten fest, dass der Einsatz der Geräte sowohl zum Eigenschutz von Polizisten als auch zum Schutz Betroffener geeignet ist. So führten das Androhen und der Einsatz der Taser zu einer deutlich höheren Eigensicherung und zu einer eindeutigen Reduzierung der Verletzungsgefahren des polizeilichen Gegenübers. Außerdem verhielten sich die Betroffenen im Anschluss an die Androhung oder den Einsatz der Geräte kooperativer.

Darüber hinaus hätte in mehr als zwei Drittel der brisanten Einsatzlagen allein das Androhen des Einsatzes zu einem kooperativeren Verhalten des polizeilichen Gegenübers geführt, heißt es. Sogar das bloße Mitführen der Taser habe bereits eine deeskalierende Wirkung erzielt, wenn das Gerät vom polizeilichen Gegenüber optisch wahrgenommen, von den Beamten die Hand an den Taser oder dieser aus dem Holster gezogen wurde.

“Der Einsatz hat sich bewährt”

Des Weiteren bescheinigen die AG-Mitglieder den Geräten eine sehr hohe Wirksamkeit und taktische Einsatzeffizienz. Aus diesem Grunde heißt es in dem Bericht: “Der Einsatz der Distanzelektroimpulsgeräte als Teamausstattung im Einsatz hat sich bewährt. Nach Ablauf des Probebetries lässt sich feststellen, dass DEIG geeignete, milde und verhältnismäßige Mittel zur Einsatzbewältigung sind”. Verletzungen des Störers oder Täters durch den Einsatz eines Diensthundes oder Schlagstockes, aber auch durch das Pfefferspray oder den Einsatz körperlicher Gewalt seien erheblich wahrscheinlicher als durch die Nutzung des Tasers.

Rechtliche Einstufung überprüfen

Außerdem sei die präventive Wirkung des Mitführens und/oder der Androhung eines Distanzelektroimpulsgerätes nachweislich deutlich höher als bei der Androhung von körperlicher Gewalt oder des Pfeffersprays. Deshalb empfehlen die Mitglieder der Landesarbeitsgruppe, “die rechtliche Einstufung des Pfeffersprays und des Distanzelektroimpulsgerätes auf einer Ebene zu prüfen.” Die Experten verlangen: “Aus Sicht der Landesarbeitsgruppe sollten Distanzelektroimpulsgeräte im Wechselschichtdienst der Polizei Rheinland-Pfalz eingeführt werden. Sie räumen aber auch ein: “Der Einsatz von Distanzelektroimpulsgeräten ist kein Ersatz für den Schusswaffengebrauch.” Er sei nicht geeignet zur Bewältigung dynamischer Lagen im Kontext von Bedrohungen oder Attacken mit Hieb-, Stich-, Stoß- oder Schusswaffen.
Insgesamt kam es bei dem Pilotversuch in der Polizeiinspektion Trier zu 30 Einsatzlagen, in denen der Taser angedroht oder angewendet wurde. Sechs Mal wurden Störer oder Täter mit dem Gerät beschossen. Insgesamt vier Mal wurde der Taser im Kontaktmodus eingesetzt, in 21 Fällen reichte die Androhung seiner Nutzung aus, um die Situation zu deeskalieren.

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