Sicherheitslage der Verbraucher hat sich verschlechtert

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Dies ist Ergebnis des fünften DsiN-Sicherheitsindex 2018 zur digitalen Sicherheitslage der Verbraucher in Deutschland. Der Index, der unter Schirmherrschaft des Bundesinnenministeriums vom Deutschland sicher in Netz e.V. (DsiN) zusammen mit Kantar TNS seit 2014 jährlich erhoben wird, fällt in diesem Jahr leicht auf 60,9 Punkte.

Im Vergleich zum Vorjahreswert (61,1 Punkte) hat sich die Sicherheitslage erneut etwas verschlechtert, “obwohl andere Indikatoren der Studie dagegen sprechen”, wie Dr Thomas Kremer, DsiN-Vorstandsvorsitzender, betont. So verzeichneten die Nutzer mit 41,8 Punkten kaum mehr Sicherheitsvorfälle als 2017 (41,7 Punkte). Ebenso zeigte sich auch beim Sicherheitswissen der Verbraucher im vierten Jahr in Folge ein Aufwärtstrend.

Der Grund für das Absinken des Gesamtindex liege in einer gesteigerten Unsicherheit der Verbraucher, so Kremer. Das Gefährdungsempfinden hat sich, trotz relativ konstanter Sicherheitsvorfälle, im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Punkte auf einen Gesamtwert von 29,3 gesteigert. Hinzukommt, dass die Bereitschaft der Verbraucher, nach dem gesteigerten Sicherheitswissen zu handeln, nicht im gleichen Maße mitgestiegen ist. Es zeige sich eine “Wissens-Verhaltens-Lücke, die auch in diesem Jahr weiter aufgegangen ist”, pointiert Tobias Weber, Director Business Intelligence bei Kantar TNS.

Die erstmalige Unterscheidung von fünf verschiedenen Nutzertypen zeigt starke Variationen ihrer Sicherheitslagen je nach Wissen und Verhalten. Die Souveränen wurden in die Gruppe der Bedachtsamen und der Antreibenden eingeteilt. Beide zeigen überdurchschnittliche Indexwerte, wobei Erstere als abwartend-kritische Nutzer noch sicherer sind als Letztere, die der Digitalisierung sehr aufgeschlossen gegenüberstehen.

Ein großes digitales Sicherheitsgefälle zeigt sich im Vergleich zu den letzten drei Gruppen; den gutgläubigen sowie den fatalistischen und den außenstehenden Nutzern. Bei Letzteren liegt der Indexwert 2018 mit 45,3 Punkten noch unter dem Schwellenwert von 50 Punkten, worunter die Bedrohungslage das Schutzniveau übersteigt. Für den DsiN-Vorstand ergibt sich aus dem diesjährigen Sicherheitsindex eine klare Aufgabe: “Wir müssen das Thema Aufklärung neu definieren!”

Dazu reiche eine reine Wissensvermittlung offensichtlich nicht mehr aus. Der Fokus sollte auf der Förderung von Handlungsfähigkeit liegen. Des Weiteren brauche es einheitliche Sicherheitsstandards, um koordiniertes Handeln zu ermöglichen. Und schließlich Digitalkompetenz. Digitale Bildung solle sich nicht nur auf die Schulen beschränken, sondern alle Generationen einbeziehen. “Keine Gruppe der Gesellschaft darf zurückgelassen werden, wenn es um digitale Bildung geht”, fordert Kremer.

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