Heimat heißt auch nachhaltige Wohnungspolitik

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Ein handlungsfähiger Staat kann nur durch gut funktionierende Kommunalpolitik gewährleistet werden. Besonders ein Thema steht dabei zurzeit in allen Städten und Gemeinden vor der Bewährungsprobe: bezahlbares Wohnen. Damit sich ein Begriff wie der der derzeit im Diskurs stehenden “Heimat” mit Leben füllen kann, brauche es neben umfassender Infrastruktur und Sicherheit ebenso bezahlbare Wohnungen, ist sich SPD-Partei- und Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles sicher.

“Wir dürfen es nicht den Seehofers dieser Welt überlassen, aus Heimat einen Ort zu machen, in dem sich nur bestimmte Gruppen wohl fühlen dürfen”, betont Nahles im Rahmen des 13. DEMO-Kommunalkongresses. Um den Begriff im Zusammenhang mit Wohnbaupolitik und Quartiersmanagement kontrovers zu diskutieren, sei ein Wohngipfel angedacht, an dem neben der Politik auch Gewerkschaften, Mieterbünde und Wohnungsunternehmen teilnehmen sollen.

Allerdings gebe es keinen einheitlichen Mangel an Wohnraum, wie der Direktor vom Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V., Andreas Breitner, erklärt: “Es gibt Hotspots, da fehlt er und andere, da steht er leer. Man muss die Wohnungen in die richtigen Hände geben.” Auch der Bürgermeister der Gemeinde Weyhe, Dr. Andreas Bovenschulte, sieht neben dem ausreichenden Bau von Wohnungen zwei weitere Aufgaben für die Wohnungspolitik.

Zum einen das passgenaue Bauen. Da es immer mehr Ein- bis Zwei-Personen-Haushalte gebe und die Bevölkerung älter werde, seien hier neue Konzepte gefragt. Zum anderen werde noch zu teuer gebaut und es fehle an aktiver Förderung zur Gründung kommunaler Wohnungsunternehmen. Um den regionalen Unterschieden gerecht zu werden, brauche es darüber hinaus gestaffelte Zuschüsse für den sozialen Wohnungsbau, so der Bürgermeister.