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Start Sicherheit Einzeln und gemeinsam stark

Einzeln und gemeinsam stark

Die zunehmenden Unwägbarkeiten durch neue oder im Umfang zunehmende Gefahren fordern nationale Zivilschutzstrukturen heraus. Neben Unwettern oder Waldbränden, die immer häufiger und heftiger auftreten, müsse man sich auch noch auf weitere Bedrohungen vorbereiten, warnte der Stellvertreter des Generalsekretärs des Deutschen Roten Kreuz, Dr. Johannes Richert. “Es gibt nicht nur Naturkatastrophen. Heute ist jedes siebente Land in irgendeinen Konflikt verwickelt. Oftmals sind nicht nur zwei Staaten, sondern unzählige bewaffnete Gruppierungen beteiligt.” Auch seien Cyber-Angriffe auf Kritische Infrastrukturen sowie Pandemien absolut realistische Szenarien, auf die man sich einstellen müsse. Gut vorbereitet sei Europa auf keines davon.

Ein weiteres schwer in den Griff zu bekommendes Problem seien chemische, biologische und nukleare Bedrohungen, wie Franz-Josef Hammerl, Abteilungsleiter Krisenmanagement und Bevölkerungsschutz im Bundesinnenministerium, hinzufügte. Er und Richert begrüßten die Pläne zum neuen Katastrophenschutzverfahren auf EU-Ebene, rescEU. Sie stellten allerdings klar, dass eine zentrale Steuerung nicht der richtige Weg sei. “Die Bundesregierung sieht insbesondere die Tendenz kritisch, die Katastrophenhilfe ähnlich wie die Grenzsicherung durch eine Agentur abbilden zu wollen”, so Hammerl. Es bestehe die Gefahr gerade in Deutschland die funktionierenden ehrenamtlichen Strukturen zu unterhöhlen, wenn kommerzielle Dienstleister ins Boot geholt würden.

Positiv äußerte sich Raed Arafat, Staatsekretär im rumänischen Innenministerium, zum EU-Vorstoß: “Wir brauchen vor allem einen gemeinsamen Ansatz, um notwendige Ausrüstung schnell und effizient zu beschaffen.” Er stellte allerdings klar, dass rescEU-Hilfsmaßnahmen nur außergewöhnlichen Situationen vorbehalten sein dürften. “Jedes Land muss dringend selbst etwas tun, um den eigenen Zivilschutz besser und robuster aufzustellen.”

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