SH beschließt Digitalisierungsprogramm

0
2839
Schleswig-Holstein soll ein Vorzeigeland der Digitalisierung werden. Zahlreiche Leuchtturmprojekte sind durch das Digitalisierungskabinett in der Landesvertretung Berlin angestoßen worden. ( Foto: Steschum, www.fotolia.de)

Digitalisierung soll in Schleswig-Holstein zu dem Querschnittsthema werden, welches die wichtigsten gesellschaftlichen Bereiche anhand konkreter Maßnahmen und Pilotprojekte voranbringen soll. Die geplanten Vorhaben sollen es zu einem Vorzeigeland der Digitalisierung machen, so die Landesregierung. In der schleswig-holsteinischen Landesvertretung in Berlin wurde heute ein umfangreiches Programm durch das Digitalisierungskabinett beschlossen.

Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) möchte die Digitalisierung in den nächsten Jahren ambitioniert vorantreiben: “Wir wollen das Land werden, in dem die Menschen beruflich wie privat so gut wie nirgendwo anders die Vorteile der Digitalisierung nutzen können.” Zugleich sprach er aber auch diejenigen Gruppierungen an, die sich vor dem Digitalen Wandel und seinen Auswirkungen auf das alltägliche Leben sorgten. Günther betonte, dass er alle schleswig-holsteinischen Bürger mitnehmen wolle, um sie vom Vorhaben der Digitalisierung zu überzeugen. Für Schleswig-Holstein und insbesondere dessen ländlichen Raum sei das eine “Jahrhundertchance”, die nicht verpasst werden dürfe. Der schleswig-holsteinische Digitalisierungsminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) unterstrich, dass die Regierung einen “verlässlichen Rahmen für alle” schaffen wolle und dass Innovationsfreudigkeit als wirtschaftlicher Treiber durch die Digitalisierung erst möglich sei.

Damit dieses Vorhaben gelingen kann, setzt die Landesregierung auf den Ausbau ihrer Netze. Flächendeckende Glasfaserkabel und moderne Mobilnetze in 5G-Technologie – vor allem in den ländlichen Räumen – die Dateninfrastruktur soll in den nächsten Jahren mit modernster Technologie von Kiel bis Flensburg wachsen.

Von Digitaler Bildung bis zur Telemedizin

Ein Konglomerat an Programmpunkten ist bei der Sitzung des Digitalisierungskabinetts beschlossen worden. Allen Projekten sei jedoch das hohe Datenschutzniveau gemeinsam, so Robert Habeck, welches – den Unkenrufen zum Trotz – kein Ausschlusskriterium für erfolgreiches Wirtschaften sei. Über Digitale Bildung in Schule und Hochschule bis zum Telemedizinprojekt auf den Halligen, wurde sich Gedanken zur Umsetzung einer Gesellschaft 4.0 gemacht. Die Einrichtung eines zentralen Bürgerportals, auf dem die Kommunikation zwischen Bürger und Amt leichter werden soll, ist in der Entwicklung. Verwaltungsakte wie Gewerbeanmeldungen, Handelsregisterauskünfte oder die Vergabe von Kita-Plätzen sollen mit wenigen Klicks barrierefrei über die Plattform abgewickelt werden können.