Starke deutsche Messe-Präsenz

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Auch die wehrtechnische Industrie aus der Bundesrepublik war stark in Paris vertreten. Klar: Bei einer internationalen Messe für Landstreitkräfte durften die deutschen Systemhäuser für Panzerfahrzeuge nicht fehlen.

Die Rheinmetall AG stellte erstmals überhaupt den Schützenpanzer “Lynx KF41” der interessierten Fachöffentlichkeit vor. Dieses Panzerkonzept bietet eine komplette Fahrzeugfamilie: Sie besteht aus einem Fahrmodul und einer flexiblen Missionsausstattung. Hierdurch lässt sich jedes Basisfahrzeug als Schützenpanzer, gepanzerter Mannschaftstransporter, Führungsfahrzeug, Bergepanzer oder Sanitätsfahrzeug konfigurieren. Während der Eurosatory hatten die Rheinmetall-Techniker innerhalb weniger Stunden das Modul “Schützenpanzer” aus- und das Modul “Führungsfahrzeug” eingebaut.

Die 2015 gegründete deutsch-französische Panzer-Holding KNDS (KMW + Nexter Defense Systems) mit Firmensitz in Amsterdam hatte den hybriden Demonstrator des “European Main Battle Tank” (E-MBT) im “Gepäck”. Ab etwa 2030 will die Bundeswehr das Projekt MGCS (“Main Ground Combat System”) als Nachfolger für den Kampfpanzer “Leopard 2” realisiert haben. Dafür hatten sich das deutsche Familienunternehmen Krauss-Maffei Wegmann (KMW), eine GmbH & Co. KG, sowie sein französisches Pendant, der Staatsbetrieb Nexter S.A., zusammengeschlossen.

Die Flensburger Fahrzeugbaugesellschaft mbH (FFG) zeigte unter anderem die neueste Version des geschützten modularen Kettenfahrzeuges PMMC G5. Dieser “Protected Mission Module Carrier” läuft auf Gummiketten, die das Fahrzeug leiser und vibrationsärmer laufen lassen.

Das Sensorsystemhaus Hensoldt mit Sitz in Ulm legte einen Schwerpunkt auf das neue Luftverteidigungs-Radar TRML-4D. Dabei handelt es sich um ein dreidimensionales, software-definiertes G-Band-Multifunktionsradar. Damit deckt es das Radio-Frequenzband der NATO von vier bis sechs Gigahertz (GHz) ab. Das TRML-4D kann den Luftraum aufklären, Ziele zuweisen, Abwehrwaffen steuern und den Luftverkehr kontrollieren. Es nutzt eine rotierende AESA-Antenne (“Active Electronically Scanned Array”). Selbst kleine und langsam fliegende Drohnen soll das Radar erfassen können.

Mit der Abwehr speziell von kommerziellen Drohnen beschäftigte sich in Paris die ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH aus Fürstenfeldbruck. Seit 2015 kooperieren die ESG, die Rohde & Schwarz GmbH & Co. KG sowie die Diehl Defence GmbH gemeinsamen an Arbeitslösungen, um diesen Bedrohungen entgegenzuwirken. Das daraus hervorgehende modulare Gesamtsystem “Guardion” umfasst marktverfügbare Sensoren und Effektoren sowie ein umfassendes Führungs- und Lagedarstellungs-System. Zuletzt kam es beim G20-Gipfel in Hamburg zum Einsatz.