Hessens Polizei führt Messengerdienst und Taser ein

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In Hessen erhalten Polizisten künftig zwei neue Einsatzmittel. So soll noch in diesem Jahr allen Dienststellen landesweit der Chat der hessischen Polizei (HePolChat) zur Verfügung stehen. Außerdem sollen sie Distanzelektroimpulsgeräte, sogenannte Taser, erhalten. Das erklärte Innenminister Peter Beuth (CDU).

Von dem neuen Messengerdienst verspricht sich der Ressortchef eine schnellere und effektivere Kommunikation zwischen den Beamten. Über HePolChat, dessen Basistechnologie stashcat unter anderem auch bei der niedersächsischen Polizei im Einsatz ist, können die Polizisten unter anderem Fotos vermisster Personen an alle Kräfte schicken oder Bilder von Einsatzorten an die Dienststellen übermitteln. Auch ein Teilen von Videonachrichten ist möglich. Den Betrieb übernimmt die hessische Zentrale für Datenverarbeitung, der IT-Dienstleister des Landes.

Der Messengerdienst, der laut Beuth eine wichtige Weiterentwicklung sei, um der Polizei ihren Job zu erleichtern, war zuvor bei der Bereitschaftspolizei und im Polizeipräsidium Westhessen in Wiesbaden getestet worden. HePolChat kann auf dienstlichen Smartphones und Tablets verwendet werden. In Hessen soll er sowohl auf Windows-Rechnern als auch auf Apple- und Android-Systemen verwendet werden. 2.800 Smartphones und Tablets mit der Anwendung wurden bereits an die hessische Polizei ausgegeben und es kommen fortlaufend neue Geräte dazu. Die Kommunikation über HePolChat ist Ende-zu-Ende verschlüsselt und kann vom Anwender auf eigenen Servern betrieben werden. Der Messenger ist dabei nicht an eine Telefonnummer angeschlossen, sondern an die behördeneigene Benutzerverwaltung. Dadurch kann das interne Adressbuch abgerufen werden. Es sind Einzel- und Gruppenchats sowie Themenkanäle möglich.

Für jedes Polizeipräsidium ein Gerät

Derweil erhält die hessische Polizei auch Distanzelektroimpulsgeräte. Auch sie soll es künftig landesweit geben. Seit Mai letzten Jahres waren die Taser bereits beim Überfallkommando in Frankfurt am Main sowie in Offenbach erprobt worden. Nun werden zunächst Unterstützungseinheiten, wie eben das Überfallkommando, und Einsatzkräfte von Innenstadtrevieren im Umgang mit den Geräten geschult und ausgestattet. Dadurch soll jedem Polizeipräsidium in Zukunft rund um die Uhr ein Distanzelektroimpulsgerät zur Verfügung stehen. Sie werden vorerst aber nur in Situationen Verwendung finden, in denen ein oder mehrere Polizisten den Taser-führenden Beamten absichern.

Innenminister Beuth sagte dazu: “Der Taser hat sich bewährt. Er soll die Schusswaffen bei der Polizei nicht ersetzen, wird aber als taktisches Einsatzmittel eine sinnvolle Ergänzung der Ausrüstung unserer Schutzleute sein.” Das Gerät habe einen hohen präventiven Effekt. In der Testphase habe oftmals bereits die Androhung des Taser-Einsatzes zu einer Deeskalation geführt, so der Christdemokrat.